Die zweite große Ausstellung im Kunsthaus Göttingen – Modell Tier – eröffnet am 24.09.2021 um 19 Uhr. Die Gruppenpräsentation stellt Projekte von acht internationalen Künstler*innen vor, begleitet von den Aufzeichnungen eines Forschungsprojektes der Georg-August-Universität Göttingen. Drei der ausstellenden Künstler*Innen – Sanna Kannisto, Jo Longhurst und Olivier Richon - werden bei der Eröffnung zugegen sein und am Samstag 25.09. nachmittags im Rahmen einer Künstlerführung selbst die Ideen zu Ihren Arbeiten erläutern.

Gezeigt werden Videos, Fotografien, Bücher, Zeichnungen und Installationen. Den Anstoß zu diesem Projekt gab die Beobachtung, dass sich seit geraumer Zeit zahlreiche Künstlerinnen und Künstler mit dem Tier befassen und Modell meint hier, ihr Zugriff ist vielseitig und äußerst unterschiedlich. Die ausgewählten Arbeiten von internationalen Bildautorinnen und Autoren bewegen sich von der Beobachtung der Tiere in ihren individuellen Lebenswelten, Inszenierungen und Illustrationen im Studio bis zu der vom Menschen verursachten Existenzbedrohung ganzer Arten.

Tomasz Gudzowaty aus Polen, hat z.B. Pinguine in ihren extremen Lebensbedingungen aufgesucht. Die amerikanische Künstlerin Roni Horn arbeitet mit Bildpaaren, in denen sie die erstaunlichen Farbvariationen und Formen von Vogelgefiedern aufzeigt. Die Finnin Sanna Kannisto versteht sich als visuelle Forscherin. Sie kombiniert die eigene Erzählform, mit Methoden von Fallstudien aus der Wissenschaft. Die Engländerin Jo Longhurst stellt in einer Portraitserie ihrer Hunde, I know what you are thinking, die Frage nach der Identität und Rasse des einzelnen Tieres. Der in London lehrende Schweizer Olivier Richon benutzt seit Mitte der 1980er Jahre kontinuierlich Tiere für seine fotografischen Tableaus. Sein Interesse gilt dem Stellenwert des Tieres in der Tradition von Allegorie und der Rolle des Betrachters. Richon benutzt ausgestopfte Tiere, aber spielt mit dem Ungewissen und der Beziehung von Taxidermie und Fotografie, indem er hin und wieder originale Tiere einsetzt. Die israelische Künstlerin Michal Rovner ist mit der Projektion NIGHT vertreten, einem Videoprojekt in dem das unkontrollierte, nächtliche Verhalten von Schakalen verfolgt wird. Von dem deutschen Fotografen Thomas Struth, zeigen wir Bilder toter Tiere, die er im Leibniz – Institut für Zoo- und Wildtierforschung in Berlin aufgenommen hat. Er thematisiert das Aussterben und damit auch den vom Menschen beschleunigten vergänglichen Charakter von Tier und Natur. Von dem für seine Kinderbücher vielfach prämierten Illustrator Wolf Erlbruch haben wir neben Zeichnungen, seine wunderbaren Tierbücher ausgewählt, in denen er fröhliche, skurrile und auch böse Geschichten erzählt.

Das Luchsprojekt von Naturschutzbiologen, der Universität Göttingen kontrastiert die künstlerischen Arbeiten mit Bildern die ohne Autoren entstanden sind, aufgenommen mit automatischen Kameras, sogenannten Fotofallen. Mit dieser fotografischen Methode werden Tierbestände erfasst um zu erkunden wie das Habitat für bestimmte Tiere beschaffen sein muss. 


Öffnungszeiten: 
Donnerstag: 15:00 - 20:00 Uhr
Freitag - Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: kunsthaus-goettingen.de

Longhurst, I know what you are thinking
24.09.2021 - 02.01.2022

MODELL TIER – Gruppenausstellung

Kunsthaus Göttingen

Düstere Straße 7
37073 Göttingen