Die Kunsthalle Mannheim beleuchtet Phänomene des Extremismus und Terrorismus aus Perspektive der zeitgenössischen Kunst

RAF, NSU und IS stehen für terroristische Gruppen, deren extremistische Propaganda und politische Gewalt die bildenden Künste zu entschiedenen Reaktionen herausfordern. 20 Jahre nach den Anschlägen des 11. September 2001 und 10 Jahre nach der Enttarnung des NSU bietet die Kunsthalle Mannheim mit der Sonderausstellung „MINDBOMBS“ eine hochaktuelle künstlerische Perspektive auf die Geschichte und politische Ikonografie des modernen Terrorismus.

Erstmals präsentiert eine Ausstellung die Gegenüberstellung des sozialrevolutionären, des rechtsextremen und des dschihadistischen Terrorismus und deren Effekte auf die visuelle Kultur. In drei Sektionen geht die Kunsthalle dem Kampfbegriff „Terrorismus“ auf den Grund und stellt die Macht der Gewalt kritisch dar. Vor dem Hintergrund der Verbrechen des Nationalsozialismus wird angesichts rechtsextremer Terrorakte in Deutschland, den USA, Norwegen oder Neuseeland besonders deutlich, wie aktuell und relevant die Kritik an politischer Gewalt ist.

Gezeigt werden Arbeiten von Künstler*innen wie Kader Attia, Francis Alys, Thomas Ruff, Khalid Albaih, Forensic Architecture, Christoph Draeger, Olaf Metzel, Almut Linde, Henrike Naumann, Gerhard Richter u.a. mit Interventionen der Gruppe Brick by Brick (Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe).

Dr. Sebastian Baden, Kurator der Ausstellung: „Wir können als Museum hier einen wichtigen Beitrag zur Aufklärung über politische Gewalt leisten und dabei hochkarätige, aufregende und erstmals gezeigte Kunstwerke vorstellen und sowie aus unserer Sammlung heraus als auch mit bedeutenden Leihgaben den Bogen von der französischen Revolution über die RAF bis zum NSU-Komplex spannen.“

Die Präsentation der Werke in den drei Ausstellungssektionen lässt Querbezüge, Kommentare und unbequeme Nachbarschaften entstehen. So erhält die Präsentation den Charakter eines ‚Atlas‘ der visuellen Kulturen politischer Gewalt und ihrer künstlerischen Auseinandersetzung. Mehr als 37 internationale Künstler*innen bzw. Kollektive sind mit Werken in der Ausstellung repräsentiert und decken einen Zeitraum von rund 200 Jahren Gewalterfahrung ab. Die meisten Werke befassen sich mit Formaten der Gedenkkultur oder analysieren Propagandadarstellungen. Bilder, Videos und Objekte zeigen die verschiedenen Dimensionen von „MINDBOMBS“ auf, immer verbunden mit dem Appell, Ungerechtigkeit sichtbar zu machen.