Fake News durch Bildmanipulation (trotz HD-Auflösung), Virtual Reality, ein unendlicher Kosmos aus JPEGs und GIFs: Längst leben wir mit dem Bewusstsein, dass wir unseren Augen nicht trauen können und dass Bilder, ob manuell oder technisch hergestellt, die Realität weniger abbilden als sie selbst mitgestalten – Übertragungsfehler, Qualitätsverluste, Hacks und andere Störungen inbegriffen. Als Sigmar Polke Anfang der 1960er Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf studierte, richtete sich sein Interesse auf die massenmedial verbreiteten Bilder seiner Zeit. Das Übertragen und Stören, das Transformieren und Umcodieren dieser Bilder inklusive der dabei entstehenden oder enttarnten Bild-Fehler, wurde in seinen Rasterbildern zum Motiv und frühen Markenzeichen und blieb auch danach ein zentrales Instrument in seinem Schaffen. Mit Blick auf die gegenwärtigen technologischen Entwicklungen ist es nicht verwunderlich, dass es für Künstler*innen heute ebenso fruchtbar ist, sich aus dem immer weiter anwachsenden Kontinuum von Bildern und Kontexten zu bedienen, um daraus Neues zu schaffen. 

Zum 80. Geburtstag von Sigmar Polke realisiert die Anna Polke-Stiftung gemeinsam mit der Kunsthalle Düsseldorf ein Jubiläumsprojekt, das eine Ausstellung und ein Festival umfasst. Unter dem Titel der Produktiven Bildstörung werden in der Ausstellung (13.11.2021 – 6.2.2022) in der Kunsthalle Düsseldorf Werke von Sigmar Polke mit aktuellen künstlerischen Positionen zusammengebracht.  
Das mehrtägige internationale Festival (25.–27.11.2021) an der Kunstakademie Düsseldorf, organisiert von der Anna Polke-Stiftung, untersucht die Entstehungszusammenhänge, Wahrnehmungsbedingungen und Erscheinungsformen sowie das produktive Potenzial der Bildstörung – damals und heute – in theoretischen und künstlerischen Beiträgen.
 
Akteur*innen unterschiedlicher Disziplinen, darunter Taslima AhmedBice CurigerRaphael HeftiCamille HenrotAlexander KlugeDoreen Mende und Magnus Schäfer, eröffnen neue Perspektiven sowohl auf das Werk Sigmar Polkes als auch auf die aktuelle Kunstproduktion. Auch die jüngste Künstler*innengeneration wird mit einem künstlerischen Beitrag vertreten sein: Studierende aus der Akademie-Klasse von Marcel Odenbach / Lukas Marxt zeigen unter anderem aktuelle Filmarbeiten zum Jubiläumsthema.  
 
Die kostenlose Präsenzveranstaltung ist öffentlich, die Teilnehmer*innenzahl ist begrenzt.Zur Registrierung senden Sie bitte bis zum 20.11.2021 eine E-Mail an: mail@anna-polke-stiftung.com
Für die Teilnahme ist ein 3G-Nachweis erforderlich. Das Festivalprogramm wird aufgezeichnet und im Nachhinein online zur Verfügung gestellt. Es erscheint eine Publikation. 
Schirmherrin des Jubiläumsprojekts ist Isabel Pfeiffer-Poensgen, Ministerin für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen. 
Das Festivalprogamm finden Sie hier. 

Camille Henrot, Dos and Don’ts – Smoke without Fire (Les yeux dans ses poches), 2021, digitale Collagen, Maße variabel, Courtesy die Künstlerin., © 2021 VG Bild-Kunst, Bonn.
25.11. - 27.11.2021

Festival Produktive Bildstörung. Sigmar Polke und aktuelle künstlerische Positionen

Kunstakademie Düsseldorf

Eiskellerstr. 1
40223 Düsseldorf