Die Stadt Ulm schreibt im zweijährigen Turnus einen Förderpreis für junge Ulmer Künstler*innen aus. Das Museum Ulm freut sich mit der Einzelausstellung "Rohspanbilder" den diesjährigen Preisträger im Bereich Bildende Kunst, Dean Annunziata (*1990 Ulm I Lebt und arbeitet in Berlin) präsentieren zu dürfen.

Bei den Arbeiten von Dean Annunziata handelt es sich
um verblüffend echt wirkende Kopien. "Befleckte
Leinwand“ heißt eine seiner aktuellen Serien. Nicht ohne
Grund. Wirkt sie doch so, als hätte der Künstler einfach
Stücke aus einer Tischdecke nach einer ausgedehnten
Feierlichkeit auf Rahmen gespannt, tatsächlich ist es aber
Malerei. Auch in seiner neuen Malerei-Serie "Rohspanbilder" imitiert er gewöhnliche Rohspanplatten,
indem er kleinste Pünktchen in unterschiedlichen
Brauntönen auf den Leinwandstoff aufträgt und auch die Seiten bemalt.

Die Betrachter*innen, welche glauben, eine gewöhnliche Holzplatte aus dem Baumarkt zu sehen, werden getäuscht. Diese Arbeiten behaupten eine naturgetreu figurative und zugleich eine abstrakte monochrome Malerei, darüber hinaus werden sie zur Skulptur. Dabei lösen sich die Arbeiten von diesem rein mimetischen Prozess. Sie lassen die Farbtöne der eigentlichen Rohspanplatte hinter sich und spielen mit subtilen Farbverläufen. Sie entwickeln sich dadurch zur eigenständigen, als Farbkörper wirkenden Farbfeldmalerei.

Nach der Ausbildung zum Grafik-Designer an der Akademie für Kommunikation Ulm studierte Dean Annunziata Malerei an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee und schloss dieses mit dem Diplom ab. Nach einem Aufenthalt als Meisterschüler an der Akademie der Bildenden Künste in Wien in der Klasse von Daniel Richter für „erweiterten malerischen Raum“ setzt er nun seine Studien als Meisterschüler an der Kunsthochschule Berlin- Weißensee bei Friederike Feldmann fort. Im Jahr 2020 erhielt er zudem ein Stipendium der Studienstiftung des deutschen Volkes.

Zusätzlich präsentiert das Museum Ulm Werke der Ehrenpreisträgerin Luise Reinholz
Luise Reinholz (*1997 Ulm) malt seit bald 20 Jahren. In den abstrakten und gegenständlichen Motiven ihrer Postkartenbilder bringt sie Gefühle, Stimmungen und die Liebe zu leuchtend intensiven Farben, reduzierten Formen und Elementen aus Märchen, Natur, Landschaft oder Jahreszeiten zum Ausdruck.

Als junge Frau mit Down-Syndrom und Vertreterin der Outsider Art verfolgt sie unbeirrt, mit persönlichem Anspruch und großer Leidenschaft ihren künstlerischen Weg. Die Jury des Förderpreises Junge Ulmer Kunst hat ihr in diesem Jahr außer Konkurrenz einen Ehrenpreis verliehen, mit dem sie das Schaffen von Luise Reinholz würdigt und sie bestärken möchte, weiterhin durch ihren Blick auf die Welt für künstlerische Überraschungen zu sorgen.

Luise Reinholz besuchte eine Außenklasse der Grund- und Hauptschule Einsingen und danach die berufsvorbereitende Einrichtung des Regionalen Ausbildungszentrums (RAZ) in Ulm. Als Teil des Redaktionsteams der Sendereihe „All Inclusive“ arbeitete sie bei Radio Free FM sowie im Weststadthaus Ulm.

Luise Reinholz, Sonnenuntergänge, Druck auf Holz
30.10.2021 - 30.01.2022

Förderpreis Junge Ulmer Kunst 2021 Dean Annunziata & Luise Reinholz

Museum Ulm

Marktplatz 9
89073 Ulm