KarLi - und sonst nichts? In Leipzig scheint heute nur noch die lebendige Kneipenmeile in der Südvorstadt und die kleine Gedenkstätte in der Braustraße an den bekannten Politiker Karl Liebknecht zu erinnern.
Sein 150. Geburtstag wird in der Ausstellung zum Anlass für Rückblicke: Auf sein Leben und das seiner Familie, seine Nachwirkung und die Instrumentalisierung seines Wirkens als "Vorkämpfer" in der DDR, aber auch auf die politische Arbeiterbewegung, der er entstammte.

Im Zentrum der Studioausstellung stehen biographische Ereignisse und wichtige Lebensetappen von Liebknecht, der mit seiner Familie die ersten 20 Lebensjahre in Leipzig verbrachte. Sein Vater Wilhelm Liebknecht war nicht nur gebildeter Schriftsteller, sondern einer der Führer der deutschen Sozialdemokratie. Er stand als Reichstagsabgeordneter im Zentrum internationaler Aufmerksamkeit, auch als er gemeinsam mit August Bebel und anderen Politikern aus Leipzig ausgewiesen wurde. Karl Liebknechts Elternhaus bildete vor und in der Zeit der Sozialistengesetze 1878-1890 eines der Zentren der deutschen Arbeiterbewegung und der lebendigen Leipziger Arbeiter- und Gegenkultur. Als Rechtsanwalt und linksradikaler Politiker setzte Karl Liebknecht im 1. Weltkrieg, in der Novemberrevolution, bis zu seiner Ermordung am 15. Januar 1919 dieses Engagement als Mitgründer der KPD fort.

Bis heute Kultfigur der Linken – und lange Hassfigur der Konservativen und Rechten –, wird die Ausstellung diesem Bild die Geschichte seiner Herkunft entgegensetzen.