Das Museum Kronberger Malerkolonie hat die unfreiwillige Schließzeit genutzt, eine neue Präsentation einzurichten. Mit der Ausstellung über den Düsseldorfer Künstler „Kai Hackemann“ knüpft das Museum an die traditionsreiche Verbindung zur Düsseldorfer Malerschule an. Kai Hackemann wurde 1958 in Bad Homburg geboren und verbrachte seine Kindheit und Jugend in Kronberg und Königstein. Die mittelalterlichen Burganlagen, die sanften Hügel des Taunus, die weitläufigen verwunschenen Gärten in Schönberg, aber auch die unterschiedlichsten Architekturen wecken von Anbeginn sein Interesse und erzeugen in ihm lebenslang wirksame Sehnsuchtsbilder. 

Hackemann studierte ab 1979 an der Johannes-Gutenberg-Universität in Mainz und entdeckte ab 1983 die Kunst des Emaillierens für sich. 1986 wechselte er an die Akademie in Düsseldorf zu Prof. Rolf Crummenauer, und schloss sein Studium 1988 als dessen Meisterschüler ab.

In seinem Atelier in Düsseldorf widmet sich Hackemann vor allem Landschaften, Stadtansichten und Architekturen. Der Künstler findet seine Motive auf Reisen. Dabei spielt es eine untergeordnete Rolle, ob er diese tatsächlich erlebt hat, oder ob es sich um imaginäre Reisen handelt. Hackemann bildet keine Wirklichkeit ab: In der Phantasie des Künstlers entstehen erfundene Landschaften, die jedoch das Spezifische der jeweiligen Topographie erfassen. Die Ansichten folgen dabei zunächst einer ornamentalen Struktur, die als Ausgangspunkt seiner Arbeiten dient. Hackemann überzieht die Fläche mit einer rechtwinkligen Matrix, setzt markante Blickpunkte und rhythmisiert zunehmend die ursprünglich geometrische Fläche. Aus einem strengen Raster heraus treten Stillleben, erwachsen Landschaften oder Häuserzeilen bis die Farbe die Oberhand über das zeichnerische Liniennetz gewinnt: Das tiefe Grün des Taunus, das leuchtende Gelb des Rheingaus und das dunkle Blau des Nachthimmels lösen sich aus dem geordneten Verband und erlangen eine Bildtiefe, die Assoziationen freisetzt und zum Träumen einlädt.

Neben der Malerei widmet sich Hackemann besonders der alten Technik des Emaillierens. Das auf reflektierende Kupferplatten geschmolzene farbige Email besticht durch eine intensive Leuchtkraft. Als Emailkünstler wählt er Bezüge zu den figürlich-ornamentalen Darstellungen des antiken Byzanz sowie zu dem reichhaltigen Fundus der Kunstgeschichte. Seine kleinformatigen Emailarbeiten wirken in ihrer Anmut wie kostbare Schmuckstücke, die in altmeisterlicher Technik Tradition und Gegenwart miteinander verbinden.

Begleitend zur Ausstellung ist ein 160-seitiger Katalog mit zahlreichen farbigen Abbildungen erschienen. Er ist an der Museumskasse für EUR 20,-- zu erwerben. 


Öffnungszeiten:
Mittwoch: 15:00 - 19:00 Uhr
Samstag: 12:00 - 18:00 Uhr
Sonntag (Feiertage): 11:00 - 18:00 Uhr

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie gelten nach wie vor strenge Zugangs-beschränkungen. Für den Besuch der Ausstellung ist die digitale Reservierung eines Zeittickets“ erforderlich. Anmeldungen werden unter www.kronberger-malerkolonie.com erbeten. 

Kai Hackemann, Rheingauabend, Acryl/Lw.
23.05. - 17.10.2021

Kai Hackemann – Von Kronberg nach Atlantis

Museum Kronberger Malerkolonie

Heinrich-Winter-Straße 4a
61476 Kronberg im Taunus