Ab 19. August 2021 zeigt Jana Sophia Nolle im Haus am Kleistpark | Projektraum ihr fotografisch-performatives Projekt „Living Room“, mit dem sie international Anerkennung gefunden hat.

Seit 2016 beschäftigte sich die jetzt in Berlin lebende Künstlerin mit der immer größer werdenden Schere zwischen Arm und Reich. In der Folge entstand eine konzeptuelle fotografische Studie temporärer Obdachlosenbehausungen, die Nolle 2017/2018 in San Francisco begann. Die Künstlerin thematisiert am Beispiel des Wohnens sozialpolitische Veränderungen und Aspekte der Gentrifizierung.

Nolle sprach auf der Straße Obdachlose an, portraitierte sie, und bat sie, ihre Wohnstätte im Bild festhalten zu dürfen. In einem performativen Akt baute Nolle die Obdachlosenbehausungen in den Wohnungen wohlhabender Menschen
auf und fotografierte sie dort. 2019 erhielt Nolle das Fotoarbeitsstipendium des Haus am Kleistpark und konnte das Projekt in Berlin fortsetzen. Die Weiterfüh- rung des Projektes in weiteren Metropolen ist in Planung.

Jana Sophia Nolle hat eine fotografische Ausbildung an der Ostkreuzschule für Fotografie in Berlin absolviert und als international tätige Wahlbeobachterin länderübergreifende Lebenserfahrungen gesammelt. Sie arbeitet multidisziplinär und bewegt sich zwischen Forschung, Beobachtung, konzeptioneller Fotografie und dem Arbeiten mit Objekten wie Installationen. In „Living Room“ setzt sie sich über soziale Grenzsetzungen hinweg, stellt gesellschaftliche Hierarchien in Frage und bringt zusammen – oder in unseren Fokus – was wir nicht gewohnt sind zusammen zu sehen.

Das gleichnamige Buch erschien 2020 im Kerber Verlag.