Bernhard Fuchs war mit seinen fotografischen Bildern bereits häufiger im Josef Albers Museum zu Gast. Auch seine jüngste Arbeit, Mühl, die zwischen 2014 und 2019 in seiner oberösterreichischen Heimat entstanden ist, unterstreicht die besonderen Qualitäten dieses Künstlers.

Waren seine bisherigen Landschaftsbilder zumeist von weiten Überblicken bestimmt, so berichten die Fotografien dieser Ausstellung nun von einer außerordentlichen Konzentration, die einen inneren Raum zu eröffnen scheint. Es geht um Ausschnitte, Details, um einzelne Dinge in der Natur: Felssteine, Bäume, Wasserläufe, Zweige im Gegenlicht. Als Betrachter beobachten wir eine Engführung des Blicks, die uns ganz nah an die äußere Welt heranrücken lässt. Diese Nähe aber lässt die Dinge zugleich fremd und unergründlich werden. Die alltägliche Wahrnehmung, die oft nicht wirklich versteht, was sie ›sieht‹, wird plötzlich hell und transparent. Fuchs beschreibt die Erfahrung, die ihm hier zuteil wird, so: »Oft schenkt während meiner Wanderungen das Betrachten und Erklettern eines Steinblocks dem Denken einen heilsamen Widerstand, weil in seiner Stärke und seiner Ruhe eine Art ›ewige‹ Dunkelheit verborgen bleibt.«

Zur Ausstellung erscheint das Buch Mühl im Verlag Koenig Books, London, mit einem Text von Bernhard Fuchs, 96 Seiten, 44 Abb., 28,5 × 30,5 cm, Leineneinband, Preis: 45 €, deutsche und englische Ausgabe.