»Hütet euch, eure Vorgänger einfach nachzuahmen. Ehrt die Tradition und lernt erkennen, was sie an ewig Fruchtbarem enthält: Liebe zur Natur und Aufrichtigkeit. Das sind die beiden starken Leidenschaften der Genies.«
Auguste Rodin

Die in der Kunstkammer versammelten Bildwerke veranschaulichen vielfältige Facetten der historischen Entwicklung von Skulptur und Plastik vom Mittelalter bis zu Rodin.
Welche Themen, welche Prinzipien waren für die Bildhauer vor 1900 tragend? Welche Rolle spielte für sie – in Analogie zu Rodin - der Moment der Bewegung innerhalb der Skulptur? Wie naturnah wollten sie formen, in Stein hauen, wen oder was hoben sie auf den Sockel? Was brachten sie in Form?

Religiöse Botschaften, Porträts einflussreicher Persönlichkeiten, Denkmäler gefeierter Helden. Die Ausstellung beleuchtet schlaglichtartig zentrale Aspekte der klassischen Bildhauerei.
Sie erläutert Formen von Skulptur im Kontext ihrer Entstehung, zeigt mächtige steinerne Statuen und Schnitzaltärchen im Verbund mittelalterlicher Kirchen, wirft einen Blick in die Kunstkabinette der Renaissance mit ihren grazilen kostbaren Elfenbeinarbeiten und führt in barocke Gärten und Schlösser, um antike Götter, verspielte Nymphen und Satyrn wiederzuentdecken. Nicht zuletzt zeigt sie Helden der Gegenwart auf steinernem Sockel in Zeiten der Aufklärung. All dies sind die Inspirationsquellen für Rodin und seine Zeitgenossen an der Schwelle zur Moderne.