Den zum zweiten Mal ausgelobten August-Sander-Preis erhält in diesem Jahr die junge österreichische Künstlerin Rebecca Unz (* 2000) für ihre Portraitreihe „Sensibelchen“, 2018–2019. Im Zentrum der Farbphotographien stehen Gesichter von jungen Männern und Frauen aus dem musikalischen Umfeld von Hip Hop und Rap. Es sind Kopfstudien, modelliert durch eine besondere Lichtführung, die jedem Portrait seinen Platz in der Bildreihe zuweist: Eindrucksvoll verläuft die Serie Bild für Bild wie eine Tonleiter von einem warmen zu einem kalten Farbton und verstärkt so die Variationsbreite der von Rebecca Unz beobachteten Momente. Die Serie wird in einer Kabinettausstellung zusammen mit medial verschiedenen Werken ihres jungen Œuvres gezeigt. 

Deutlich wird, dass das Genre des Portraits für Rebecca Unz eine Vielzahl an Möglichkeiten birgt, sich mit einer Person als komplexes Individuum künstlerisch auseinanderzusetzen. Eine Person erweist sich für sie als eine Projektionsfläche für unterschiedliche Facetten formaler gestalterischer Herangehensweisen. Dabei verwendet Rebecca Unz nicht nur die Photographie, sondern auch die Zeichnung. Und letztere sowohl traditionell in Bleistift als auch in digitaler Umsetzung. Vielfach aber verwischt sie die Grenzen der Erkennbarkeit von Medium wie Bildgegenstand und fordert so die aufmerksame Wahrnehmung der Betrachter heraus. 

Zur Ausstellung ist eine von Rebecca Unz zusammengestellte Broschüre erschienen. 

Rebecca Unz: Benni / Sensibelchen, 24.03.2019 © Rebecca Unz, 2020
12.03. - 08.08.2021

Rebecca Unz: Kopfstudien – August-Sander-Preisträgerin 2020

Die Photographische Sammlung/SK Stiftung Kultur

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