Feng Lu, geb. 1979 in Harbin (China), begann schon als Kind in dem kargen Hinterhof seines Elternhauses humoristische Skulpturen aus Kreide zu formen. Er studierte zunächst Bildhauerei an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz und anschließend Bildhauerei und Malerei an der Universität der Künste in Berlin. Dort avancierte er zum Meisterschüler bei Prof. Wolfgang Petrick.

Neben seiner künstlerischen Tätigkeit wurde Feng Lu 2019 zum Professor am Sichuan Fine Arts Institut in Chongqing berufen. Dort ist er Direktor des Deutschen Innovationszentrums für Zeitgenössische Kunst.

Feng Lu verbindet Fragmente von Situationen, Rückblicken und dem aktuellen Weltgeschehen zu einem kritischen Blick auf Gesellschaft und Mensch. Unaufgeregt verweist er in seinen teils bizarren Skulpturen auf das Spiegelbild gesellschaftlichen und individuellen Handels. Er deckt auf humorvolle und empathische Art und Weise den Menschen als ein triebgesteuertes Wesen auf.

Seine lebensnah gestalteten Figuren sind aus Epoxidharz geformt und detailgenau mit Ölfarbe bemalt. Feng Lu appelliert mit seinen tragikomischen Exponaten nicht nur an die intellektuelle, sondern auch an die haptische und optische Sensibilität eines amüsierten oder auch betroffenen Publikums.

Mit viel Ironie charakterisiert Feng Lu in seinen Plastiken Menschen und Alltag im 21. Jahrhundert.  Die Berliner Kunsthistorikerin Constanze Musterer schrieb zu Feng Lu: „Die große Politik und die kleinen Abmachungen, die großen Religionen und die kleinen Andachten, der große Sex an Crime und die kleinen Begierden, die große Historie und das kleine eigene Leben. Feng Lu lässt kaum ein Thema der Gesellschaft aus und nimmt das menschliche Agieren in den Zerrspiegel seiner bitterbösen Ironie. Witzig und bunt, verspielt und frivol kommt sie in der handwerklichen Perfektion seiner figürlichen Plastiken daher.“

Feng Lu lebt und arbeitet in seiner Wahlheimat Berlin.