Der bayerische König Ludwig I. verehrte den dänischen Bildhauer Bertel Thorvaldsen sehr. Die Sonderausstellung geht der Beziehung zwischen Staatsmann und Künstler sowie ihren heute noch sichtbaren Spuren in München nach. Sie knüpft an die 2020 im Thorvaldsens Museum in Kopenhagen gezeigte Sonderausstellung „Face to Face. Thorvaldsen and Portraiture“ an. Beide Ausstellungen finden im Rahmen des Deutsch-Dänischen Kulturellen Freundschaftsjahres statt und erinnern an den 250. Geburtstag des berühmten Dänen.

Der Schwerpunkt liegt in München auf der vielschichtigen Verbindung zwischen Thorvaldsen und Ludwig I. Sie manifestiert sich in den vor Ort vorhandenen bildhauerischen Arbeiten Thorvaldsens. Am bekanntesten sind die – als Leihgabe in der Sonderausstellung präsentierte – lebensgroße Marmorstatue des „Adonis“ in der Neuen Pinakothek, das überlebensgroße, bronzene Reiterdenkmal für Kurfürst Maximilian I. auf dem Wittelsbacherplatz und das Grabdenkmal für Eugène de Beauharnais, Herzog von Leuchtenberg und Schwager Ludwigs I., in der St. Michaelskirche. Aber auch der König selbst wurde von Thorvaldsen in Form einer Marmorbüste verewigt, die seit 1830 in der Glyptothek präsentiert wird.

Mit dem Ort der Ausstellung, der Glyptothek, ist Thorvaldsen auf mehreren Ebenen verbunden. Noch als Kronprinz hat ihm Ludwig die Restaurierung der Ägineten (1816-18) übertragen. Diese frühgriechischen Giebelfiguren vom Aphaiatempel auf der Insel Ägina sind der größte Schatz des Museums. Ihre Restaurierung war ein neuartiges Unterfangen, für das Ludwig mit Thorvaldsen den besten Bildhauer seiner Zeit gewinnen konnte. Das Bildnis Thorvaldsens selbst zeigt eine lebensgroße Marmorstatue in einer der Nischen in der Ostfassade der Glyptothek.

Ausgehend von den vielen bekannten (Selbst-)Porträts Thorvaldsens zeichnet die Münchner Sonderausstellung in mehreren Stationen die Biografie des berühmten dänischen Künstlers mit den wichtigsten Lebensstationen in Rom und Kopenhagen nach. Sie hebt dessen Verbindungen zu München und speziell zum Kronprinzen und späteren König Ludwig I. als Bewunderer und Auftraggeber hervor. Weitere Themen sind Thorvaldsens großer Werkstattbetrieb, das Modellieren und Arbeiten in Ton, Gips und Marmor ebenso wie sein geselliges Leben inmitten der Künstlerfreunde und -kollegen in Rom sowie seine Begeisterung für die Antike.

Anknüpfend an die Sonderausstellung in Kopenhagen liegt auch in München ein Schwerpunkt auf Thorvaldsens Rolle als Porträtbildhauer. Ausgehend von der hiesigen berühmten Sammlung antiker Bildnisse wird verdeutlicht, in welcher Tradition zwischen Antike, Spätbarock und Klassizismus sich Thorvaldsen verortete, in welcher Form er sich antike Porträtformen aneignete, sie weiterführte und zeitgenössisch interpretierte.

Zahlreiche Leihgaben aus dem Thorvaldsens Museum in Kopenhagen sowie den benachbarten Münchner Museen (Neue Pinakothek, Lenbachhaus, Staatliche Graphische Sammlung) runden die große Sonderausstellung in der Glyptothek ab.

Der Schirmherr der Sonderausstellung, Kunstminister Bernd Sibler, betont: „Die Glyptothek bietet ein prachtvolles Ambiente für die neue Ausstellung ‚Bertel Thorvaldsen und Ludwig I. Der dänische Bildhauer in bayerischem Auftrag‘, mit der wir das Deutsch-Dänische Kulturelle Freundschaftsjahr 2020 gebührend abschließen. Mehrere Museen in Kopenhagen und in München haben hier zusammengewirkt. Gemeinsame Wertvorstellungen, gegenseitiger Respekt und großzügige kollegiale Zusammenarbeit haben eine Ausstellung ermöglicht, die exemplarisch zeigt, dass die Gemeinsamkeiten unserer beiden Länder weit über einen unmittelbaren nachbarschaftlichen Austausch hinausgehen.“ Als Schirmherr dankt Sibler allen, die zum Gelingen dieses länderübergreifenden Projekts beigetragen haben, und wünscht der Ausstellung den verdienten großen Erfolg.

Plakat der Sonderausstellung © grafik brandner GmbH
26.03. - 25.07.2021

Bertel Thorvaldsen und Ludwig I. Der dänische Bildhauer in bayerischem Auftrag

Staatliche Antikensammlungen und Glyptothek

Königsplatz 1 und 3
80333 München