Form und Farbe bezeichnen nichts anderes als das, was sie selbst sind - diese fundamentale Erkenntnis des frühen 20. Jahrhunderts eröffnete Künstler:innen ein ganz neues Feld der freien Gestaltung und des visuellen Experimentierens. Das zeigt sich in vielen Werken der Von der Heydt-Sammlung. Auch der Kosmos der Malerin Franziska Holstein (*1978 in Leipzig) ist reduziert und basiert auf der Variation geometrischer Grundformen sowie einer je Bildserie festgelegten Farbskala. Was sie von der als Richtung definierten konstruktiven und konkreten Kunst aber unterscheidet, ist ihr prozessuales Arbeiten: Sie entwickelt ihre Tableaus, indem sie mehrere Kompositionen als Schichten übereinanderlegt und so sehr strenge und gleichzeitig dynamisch und lebendig wirkende Bildoberflächen schafft. Mit der zweiten Freundschaftsanfrage setzt das Von der Heydt-Museum eine Ausstellungsreihe fort, in der renommierte zeitgenössische Künstler eingeladen werden, sich mit den reichhaltigen Beständen des Hauses auseinanderzusetzen. 2022 nahm der Fotograf Hans-Christian Schink die erste Freundschaftsanfrage an.