Bekannt geworden ist Michel Majerus durch das „Sammeln“ eines Repertoires ausnverschiedenen Malstilen und Bildwelten. So ist seine Annäherung an die Malerei geprägt durch Comics, Werbung oder Musikvideos, aber auch durch Künstler wie Frank Stella, Gerhard Richter, Andy Warhol u. a., deren Stilmittel er ebenso als Zeichen sieht wie die populäre Ikonografie der 1990er-Jahre mit ihren Logos, Symbolen und Codes.

Auf seinen Bildern verarbeitet er Figuren aus Computerspielen, wie Super Mario, aber auch expressive Pinselstriche, die an die Malerei Willem de Koonings erinnern. Adaption, Zitat und Aneignung sind Methoden, mit denen Majerus die Möglichkeiten des Digitalen auslotet und seine Bildwelten zusammenstellt. Diese frühe Bezugnahme auf digitale Medien macht seine Kunst zu einer einflussreichen Referenz für die nachfolgende Künstlergeneration. Beispiel dieses „Sampelns“ ist das frühe Gemälde „Massnahmen…“ von 1994. Charakteristisch ist auch der Einsatz von Text im Bild, der als Kommentar, Parole oder Botschaft gelesen werden kann.