Die Preisträgerinnen und Preisträger des Coburger Glaspreises 2022 sind gekürt. Der europaweit ausgeschriebene Künstlerwettbewerb stieß mit 400 Bewerbungen auf breite Resonanz. In einem mehrstufigen Auswahlverfahren wurden zunächst 90 Künstler nominiert, deren Werke ab 10. April in einer Ausstellung auf der Veste Coburg und im Europäischen Museum für Modernes Glas zu sehen sind. Im zweiten Schritt hat die international besetzte Jury sieben Preisträgerinnen und Preisträger ausgewählt. 

Der erste Preis, dotiert mit 15.000 Euro, geht an die Norwegerin Æsa Björk. Ihrem Werk „Fragments“, das aus zwei großen, konvexen Linsen besteht, liegt eine besonders anspruchsvolle Herstellungstechnik zugrunde. Die silberne, teils durchbrochene und blasige Oberfläche und die verspiegelte Innenseite sorgen für Lichtreflexe, die an die Entstehung des Universums erinnern. Die Irin Alison Lowry gewinnt den mit 10.000 Euro dotierten zweiten Preis für ihre in feinster Pâte de verre-Technik ausgeführte Skulpturengruppe aus Taufkleid und Babyschuhen. Lowry gelingt hier ein berührendes Mahnmal für den jahrzehntelangen tragischen Umgang mit unehelichen Kindern in kirchlichen Mutter-und-Baby-Heimen Irlands. Judith Röder aus Deutschland erhält den mit 5.000 Euro dotierten 3. Preis für eine Installation aus vordergründig antiquierten Overhead-Projektoren. Als Projektionsvorlagen dienen hier ausrangierte Fensterscheiben. Diese scheinbar unwichtigen Überreste werden im projizierten Bild eindrucksvoll neu kontextualisiert, sie erinnern an Mikro- und Makroaufnahmen aus der Natur. 

 Weitere Preisträger sind Petr Stanický, Tschechische Republik, der den Senior Preis der Alexander Tutsek-Stiftung (> 45 Jahre, € 5.000 Euro) erhält, die Slowakin Kristína Liga?ová, die den Preis der Alexander Tutsek-Stiftung (€ 2.000) erhält und Zuzana Kubelková, Tschechische Republik, die den Preis der Achilles-Stiftung (< 35 Jahre, € 2.000) erhält. 

Der Ehrenpreis in Erinnerung an Otto Waldrich (€ 2.000, gestiftet von Gertrud Bartelmus) geht an die Glaskünstlerin Ulla Forsell (Schweden). 

Mit der Ausstellung zum Coburger Glaspreis 2022 präsentieren die Kunstsammlungen der Veste Coburg nun zum fünften Mal einen Gesamtüberblick über die zeitgenössische Kunst aus Glas. Technisch, konzeptionell und auch von der Komplexität her haben die Arbeiten ein hohes künstlerisches Niveau erreicht, das in den letzten zehn Jahren noch deutlich gestiegen ist. „Der magische Werkstoff Glas birgt vielseitige Überraschungseffekte, ruft in besonderer Weise Emotionen hervor und regt zum Nachdenken an“, so der Direktor der Kunstsammlungen, Jurymitglied und Ausstellungskurator Dr. Sven Hauschke. Ein Großteil der eingereichten Werke widmet sich gesellschaftsrelevanten Themen. Mit Skulpturen, mit multimedialen Installationen oder mit zeichenhaften Objekten werden aktuelle Probleme wie Artensterben, Klimawandel, Umweltzerstörung und Ausgrenzung thematisiert. Auch die aktuelle Corona-Pandemie findet Niederschlag. 

Nach erfolgter Prämierung durch die Fachjury sind nun die Besucherinnen und Besucher gefragt, ihren Favoriten zu küren. Bis 8. August laufen die Abstimmungen für den mit 2.000 Euro dotierten Publikumspreis und den mit 500 Euro dotierten Jugend-Publikumspreis. 

Der Coburger Glaspreis wird von den Kunstsammlungen der Veste Coburg in Kooperation mit der Alexander Tutsek-Stiftung ausgerichtet. Die Ausstellung wird durch ein vielfältiges Vermittlungs- und Veranstaltungsprogramm begleitet. 


Öffnungszeiten:
Montag - Sonntag: 09:30 - 17:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: veste.kunstsammlungen-coburg.de

?Asa Björk, Fragments, 2021, Foto: Kunstsammlungen der Veste Coburg, Dieter Ertel
10.04. - 25.09.2022

Coburger Glaspreis 2022 – Die Ausstellung

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96450 Coburg