Zum 40-ja?hrigen Bestehen der Ko?lner Fotoagentur laif zeigt das Museum für Angewandte Kunst Köln (MAKK) eine Ausstellung mit 40 Positionen dokumentarischer und journalistischer Fotografie von 1981 bis 2021.

Die von Kurator Peter Bialobrzeski, gemeinsam mit Peter Bitzer und Manfred Linke ausgewa?hlten Fotograf*innen reflektieren in ihren Arbeiten die Welt anhand ihrer Konflikte und Bruchlinien, zeigen aber auch wie Kunst und Solidarita?t Menschen verbinden. Daru?ber hinaus spiegeln die Arbeiten die a?sthetische Entwicklung der Dokumentarfotografie von den 1980er Jahren bis heute wider. Anhand der von der Berliner Gestalterin Sarah Fricke entwickelten Pra?sentation werden 40 Jahre Zeitgeschichte lebendig.

„Thematisierten die Fotograf*innen der ersten Stunde die Proteste gegen Kernkraft, Aufru?stung und Flughafenerweiterungen noch klassisch, schwarz-weiß und sehr dicht am Geschehen, gera?t in den 1990er Jahren, analog zu den technischen Reproduktionsmo?glichkeiten der Presse, die Farbfotografie in den Vordergrund”, so Peter Bialobrzeski.

Die Ausstellung, chronologisch aufbereitet, wird eingeleitet von den Arbeiten zweier Mitbegru?nder der Agentur, Manfred Linke und Gu?nter Beer, gefolgt von ku?nstlerisch-dokumentarischen Bild-Textarbeiten zu Menschen an der Berliner Mauer von Bettina Flitner (1990). Katharina Bosse portraitiert in ihrer Arbeit „Surface Tension" oft Frauen weltweit (1997), wa?hrend Michael Lange eine experimentelle Arbeit u?ber Los Angeles pra?sentiert, fotografiert auf schwarz-weißem Polaroid Dia-Film, die als Hommage an den „Film Noir" gelesen werden kann (1999).

Henrik Spohler dokumentiert in „The Third Day“ ku?hl, distanziert, mit hoher bildnerischer Qualita?t, wie heute die Agrarindustrie Lebensmittel weltweit anbaut (2012). Sandra Hoyn besucht ein Bordell in Bangladesch und nimmt Anteil am Schicksal der Frauen und Ma?dchen dort (2015). Am Ende schließt sich der Kreis und die Fotograf*innen richten ihren Blick wieder auf Deutschland. Hannes Jung liefert eine Reportage u?ber die Neue Rechte mit fast demagogischer Wirkung (2017), wa?hrend Andreas Herzau seine Langzeitarbeit u?ber Kanzlerin Merkel in subjektiv kombinierten Bildausschnitten 2018 erstmals komplett als Buch vorlegt. David Klammer wird 2019 zu einem sta?ndigen Chronisten des Widerstands gegen die Abholzung des Hambacher Waldes. 2020 schließlich fa?hrt der junge Ingmar Bjo?rn Nolting kreuz und quer durch Deutschland und schafft ein einmaliges, zu Recht mehrfach preisgekro?ntes Zeugnis der Corona-Krise. Den Abschluss bildet das Jahr 2021 mit der Flutkatastrophe im Westen des Landes.

„Die Positionen sind alle einem Jahr zwischen der Gru?ndung von laif 1981 und heute zugeordnet. Sie sind entweder in dem jeweiligen Jahr entstanden, prominent vero?ffentlicht, ausgestellt worden oder gewannen einen wichtigen Preis. Sie repra?sentieren, wofu?r die Agentur steht und bilden gleichzeitig die Vielfalt und die Entwicklung dokumentarischer und journalistischer Fotografie von 1981 bis 2021 ab", erkla?rt laif Gescha?ftsfu?hrerin Silke Frigge.

Zu sehen sind Fotoserien von:
Christian Als, Christoph Bangert, Theodor Barth, Gu?nter Beer, Regina Bermes, Ju?rgen Bindrim, Peter Bialobrzeski, Jan-Peter Boening, Katharina Bosse, James Whitlow Delano, Barbara Dombrowski, Stephan Elleringmann, Norbert Enker, Maria Feck, Bettina Flitner, Peter Granser, Jan Grarup, Andreas Herzau, James Hill, Sandra Hoyn, Britta Jaschinski, Hannes Jung, David Klammer, Vincent Kohlbecher, Axel Krause, Dirk Kru?ll, Michael Lange, Paul Langrock, Frederic Lezmi, Manfred Linke, Kai Lo?ffelbein, Andre? Lu?tzen, Ingmar Bjo?rn Nolting, Helena Scha?tzle, Henrik Spohler, Berthold Steinhilber, Andreas Teichmann, Wolfgang Volz, Gordon Welters und Michael Wolf.

Aus aktuellem Anlass wird die Timeline vor den Ausstellungsräumen durch ein Bild aus der Ukraine von dem Fotografen Alex Lourie der New Yorker Bildagentur Redux, die von laif in Deutschland vertreten wird, ergänzt. Das Foto vom 2. März 2022 zeigt ukrainische Flüchtlinge im Hauptbahnhof von Kiew.

Die Agentur laif wurde 1981 von den vier Fotografen Gu?nter Beer, Ju?rgen Bindrim, Manfred Linke und Guenay Ulutuncok in der Ko?lner Su?dstadt gegru?ndet und vertritt heute mehr als 400 Fotograf*innen weltweit, darunter zahlreiche World Press- und Pulitzer-Preistra?ger*innen. Mit dem Vertrieb von Bildlizenzen hochwertiger Fotoproduktionen und der Vermittlung von Editorial und Corporate Shootings, besonders im internationalen Kontext, geho?rt laif zu den fu?hrenden Bildagenturen Deutschlands. laif vertritt daru?ber hinaus mehr als 40 internationale Partneragenturen im deutschsprachigen Raum und ist Syndicationpartner der New York Times.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr
Langer Donnerstag (1. Donnerstag im Monat): 10:00 - 22:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: makk.de

© Peter Granser/laif, USA, Arizona, Sun City, "Rentnerstadt", Rentnerin mit Spass-T-Shirt, 2000
12.03. - 25.09.2022

40 Jahre laif – 40 Positionen dokumentarischer Fotografie

MAKK – Museum für Angewandte Kunst Köln

An der Rechtschule
50667 Köln