Das GRASSI Museum für Angewandte Kunst zeigt ab 5. Mai in seiner aktuellen Ausstellung KAIROS. MARGIT JÄSCHKE. SCHMUCK OBJEKT INSTALLATIONEN rund 180 Schmuckstücke sowie 30 Objekte und Malereien der Hallenser Künstlerin. Margit Jäschke (*1962) bezeichnet sich selbst als Wanderin zwischen den Kunstwelten. Jenseits der üblichen Grenzen von Installation, Malerei, Skulptur und Schmuckkunst hat sie ein sehr eigenständiges Werk geschaffen. Dabei verwischt sie absichtlich den Unterschied zwischen tragbarem Schmuckstück und autonomem Kunstwerk. Grafische Elemente finden sich in ihren Schmuckstücken und umgekehrt, immer in spannungsvollem Austausch. Die Ausstellung stellt das facettenreiche und vielfach preisgekrönte Œuvre von Margit Jäschke aus den vergangenen dreißig Jahren vor.

Charakteristisch für Margit Jäschke ist das Experimentieren mit Materialien. Ihre Arbeiten beste- hen oft aus vermeintlich minderwertigen Materialen, wie etwa weggeworfenem Papier, Kunststoff oder gebrauchten Kapa-Platten. Durch ihr Eingreifen erhöht sie Alltägliches zu kunstvollen Schmuckobjekten und wirft ganz nebenbei Fragen des Wohlstands, der Überfülle und Ressourcenausbeutung auf. Mit ihrem sehr speziellen und ausgeprägten Sinn für individuelle Farbtöne und feine Nuancen hat sie den Umgang mit pigmentiertem Kunststoff perfektioniert. Sie kombiniert ihn mit Silber oder feinvergoldetem Silber, zuweilen auch mit Schmucksteinen oder Fundstücken.

Die ausgestellten Schmuckstücke stammen aus privaten Sammlungen und Museumsbesitz.

Der Ausstellungstitel KAIROS steht sinnbildhaft für das Œuvre von Margit Jäschke: Kairos als der griechische Gott des glücklichen Augenblicks und günstigen Zeitpunktes ist Margit Jäschkes immanenter Begleiter und zugleich Impulsgeber ihrer Arbeit: „Spannend bleibt der Weg mit Kairos im Blick, denn dann ist alles das Momentum, in dem der Zufall einen nicht vorhersehbaren und nicht wiederholbaren glücklichen Augenblick hervorbringt, in dem für mich Überraschendes entsteht.“, so die Künstlerin selbst. Zufälle bedeuten für Margit Jäschke keinesfalls Beliebigkeiten oder Nebensächlichkeiten. Vielmehr wird ein flüchtiger Augenblick zum Zentrum ihrer Aufmerksamkeit und schließlich zum Hauptthema ihres künstlerischen Schaffens Arbeit.

Margit Jäschke ist dem GRASSI Museum für Angewandte Kunst seit rund dreißig Jahren verbunden. Erstmals war sie präsent in einer Ausstellung 1992, die der Schmuckklasse der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle gewidmet war. Margit Jäschke gehörte zu den Absolventinnen, die bei Renate Heintze und Dorothea Prühl gelernt hatten und in dieser Ausstellung erstmals eine Würdigung erfuhren. Schon damals wollte sie sich nicht ausschließlich über Schmuck präsentieren. Neben Broschen aus handgeschöpftem Papier stellte sie auch kleine Skulpturen aus Holz und Papier vor. Sie waren von einer Luftigkeit und Poesie, die auch heute noch ein Kennzeichen ihrer Arbeiten sind.

Seit Ende der 1990er Jahre war Margit Jäschke unzählige Male Ausstellerin der jährlich stattfindenden hauseigenen Grassimessen. Bereits zweimal wurde sie für ihre Arbeiten mit einem Grassipreis ausgezeichnet.

Parallel zur Ausstellung KAIROS. MARGIT JÄSCHKE. SCHMUCK OBJEKT INSTALLATION zeigt das GRASSI Museum für Angewandte Kunst die Ausstellung SCHMUCK + IMAGE. DAS GRASSI SCHMÜCKT.

Publikation zur Ausstellung:
Margit Ja?schke – Kairos. Mit Beitra?gen von Susanne Altmann und Karl Bollmann, arnold- sche Art Publishers, Stuttgart, 2022 (160 S., 38 Euro, ISBN 978-3-89790-658-7, im Buch- handel und Grassishop erha?ltlich)


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag (Feiertage): 10:00 - 18: Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: grassimak.de

Brosche /Brooch Flowers; Margit Jäschke, Halle (Saale), 2019; Silber feinvergoldet, Kunststoff / Silver fine gold plated, plastic; Foto: Margit Jäschke
05.05. - 25.09.2022

KAIROS. Margit Jäschke: Schmuck Objekt Installation

GRASSI Museum für Angewandte Kunst

Johannisplatz 5-11
04103 Leipzig