Die Ausstellung setzt sich anhand zahlreicher Exponate aus 600 Jahren Mediengeschichte kritisch mit Lügen und alternativen Fakten auseinander und beleuchtet dieses hochaktuelle Phänomen in seiner historischen Dimension. Zu sehen sind Exponate vom 15. Jahrhundert bis heute. Von der Schedel’schen Weltchronik von 1493, in der für verschiedene Städte dieselbe Darstellung verwendet wurde, über die kontroverse Diskussion über „Lust und Nutz“ des neuen Mediums Zeitung im 17. Jahrhundert bis zu strategisch eingesetzten Falschmeldungen im Zuge der letzten US-Präsidentschaftswahlen 2020.

Fake News sind keine Erfindung von Donald Trump. Lügen werden auch nicht erst verbreitet, seit es soziale Medien und mobile Nachrichtendienste gibt. Zweifellos ist es heutzutage einfacher, Falschmeldungen zu verbreiten als in Zeiten ohne Internet. Aber der Vorwurf, dass (Massen-)Medien Lügen verbreiten, ist jahrhundertealt.

Gutenbergs Erfindung des Buchdrucks um 1450 revolutionierte die Vervielfältigung von Texten und Bildern und ermöglichte es einer großen Zahl von Menschen Nachrichten zugänglich zu machen. Mit der Menge an Informationen wuchs die Skepsis gegenüber deren Wahrheitsgehalt, und Medien waren immer öfter mit dem Vorwurf konfrontiert, Unwahrheiten zu verbreiten. Die Ausstellung zeigt hierfür zahlreiche Beispiele – historische und aktuelle.

Das Ringen um die Aufmerksamkeit wurde über die Jahrhunderte mit wachsender Nachrichtenflut heftiger, unlautere Mittel kamen immer öfter zum Einsatz. Gleichwohl ist es ein Grundzug des Pressewesens, Aufmerksamkeit zu generieren. Es ist wichtig zu verstehen, dass viele Mechanismen, die unsere heutige Medienlandschaft prägen bisweilen schon vor Jahrhunderten in ähnlicher Weise – entsprechend ihrer jeweiligen Epoche – existiert haben und mitunter ebenso heftig kritisiert worden sind. Dies möchte die Ausstellung anhand von ausgewählten Beispielen aus fünf Jahrhunderten aufzeigen und erzählt gewissermaßen eine „Pressegeschichte der Lüge“ von Gutenberg zu Trump.

Konzipiert wurde die Ausstellung vom Deutschen Zeitungsmuseum in Wadgassen – Stiftung Saarländischer Kulturbesitz, wo sie bis Februar 2022 zu sehen war. Das Museum für Druckkunst in Leipzig ist die einzige und letzte Station der hochaktuellen Schau.