"The vine that ate the south" nennen die Einheimischen eine Pflanze, die seit vielen Jahren die amerikanischen Südstaaten erobert. Ursprünglich im asiatischen Raum beheimatet, wurde Kudzu 1876 zur Weltausstellung in Philadelphia in die USA eingeführt. Zur Zeit der Großen Depression in den 30er-Jahren wurde er weiträumig angebaut, um die Bodenerosion zu stoppen. Seither aber breitet sich das hochinvasive Gewächs unkontrolliert aus. Heute ist Kudzu ein riesiges Problem. Die überwucherten Landschaften faszinieren, Bäume erinnern an Gestalten aus einer Fabelwelt, Wälder wirken wie verzaubert. Doch der schöne Schein birgt eine bittere Wahrheit. Kudzu wächst bis zu 30 cm am Tag und erobert nicht nur Zäune, Strommasten und Eisenbahnschienen, er überwuchert ganze Wälder und Häuser. Die Landschaft des amerikanischen Südens hat Kudzu nachhaltig verändert.

Sabine Bungert & Stefan Dolfen arbeiten seit 2010 gemeinsam an fotografischen Langzeitprojekten, in denen sie sich mit den sichtbaren Zeichen von Veränderungen in Stadträumen, Peripherien, dörflichen Strukturen und Landschaften beschäftigen. 2018 sind sie für ihr Projekt "Kudzu" mehrere Wochen durch die amerikanischen Südstaaten gereist. Kudzu fanden sie überall.

Mississippi 2018 Foto: © Sabine Bungert / Stefan Dolfen
25.06. - 18.09.2022

Kudzu. Fotografien von Sabine Bungert und Stefan Dolfen

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