Im Mittelpunkt der Ausstellung „Klangquellen. Everything is Music!“ steht das Verhältnis zwischen Umwelt, Klang, Mensch und Musik. Jeder Ort, jede Kultur und auch jede Zeit hat ihren eigenen Klang bzw. ihre eigene Soundscape. Wie prägen diese Klanglandschaften unsere Hörgewohnheiten und welche Bedeutungen werden Klängen, Klangordnungen und Musik zugeschrieben? Diese Fragen werden vor allem anhand von Beispielen aus Südostasien und Ozeanien beleuchtet.

Die Ausstellung regt dazu an, mit offenen Ohren durch die Welt zu gehen, um diese klanglich neu zu erleben. Dabei werden die Grenzen zwischen Klang und Musik bewusst aufgelöst. Klänge werden in allen Kulturen mit verschiedenen Bedeutungen verbunden und zu unterschiedlichen Klangordnungen verknüpft. Auch bei dem Begriff „Musik“, der im Wesentlichen durch europäische Traditionen geprägt ist, handelt es sich nur um eine Form der Klangordnung. Unter dem Motto „Alles ist Musik“ öffnet die Ausstellung Raum für unterschiedliche Klang- und Musikvorstellungen.

In der Ausstellung „Klangquellen“ sind rund 170 Objekte aus Südostasien, Ozeanien, den Amerikas und Afrika zu sehen und werden teilweise auch hörbar gemacht. Der im Eintritt inbegriffene Audioguide mit seinen 24 Klang- und Videobeispielen ist ein zentrales Element der Ausstellung. Besucher*innen werden zu einem akustischen Rundgang (Soundwalk) eingeladen, bei dem die Klänge als immaterielle Exponate im Mittelpunkt der Präsentation stehen. Daneben können Interessierte sich in zwei Hörräumen auf die Klänge von Soundscapes bzw. zeitgenössischer Musik einlassen. Kuratiert wurden diese Räume von dem Klangkünstler Lasse-Marc Riek und dem Komponisten Gerhard Müller-Hornbach.

Klang- und Musikkulturen lassen sich am besten verstehen, wenn man sie selbst erleben kann. Daher startet im neuen Jahr ein vielseitiges Begleitprogramm mit sechs Konzerten und einem regelmäßigen Angebot an Gamelan- und Angklung-Workshops, bei denen Besucher*innen selbst aktiv werden können. Das Programm findet sich im Begleitheft zur Ausstellung sowie unter www.weltkulturenmuseum.de

Für die Ausstellung sowie das Begleitprogramm arbeitet das Weltkulturen Museum mit zahlreichen lokalen, nationalen und internationalen Partner*innen zusammen: Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik stellt in der Ausstellung seine Studie „Music or not?“ („Ist das Musik?“) vor. Darin wird untersucht, wie Klänge wahrgenommen werden und wie unterschiedlich man Klänge als Musik deutet oder nicht. Die Besucher*innen können Teile der Studie in der Ausstellung selbst nachvollziehen. Studierende des Instituts für Musikwissenschaft der Goethe-Universität Frankfurt am Main kuratierten im Rahmen einer Lehrveranstaltung einen Raum und präsentieren so ihren Zugang zum Thema der Klangquellen. Das Institut für zeitgenössische Musik (IzM) der HfMDK Frankfurt am Main beteiligt sich am Begleitprogramm zur Ausstellung. Dies gilt auch für die indonesische Community aus dem Rhein-Main Gebiet sowie für das Generalkonsualt der Republik Indonesien: Im Rahmen der Ausstellung werden Gamelan- und Angklung-Workshops angeboten und am 13. Juli 2024 wird es ein indonesisches Sommerfest mit viel Musik geben. Durch die Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut Indonesien in Jakarta war es zudem möglich, mehrere Kadedek-Mundorgeln zu erwerben und in „Klangquellen“ mitsamt seinem traditionellen sowie zeitgenössischen Kontext zu präsentieren.


Öffnungszeiten:
Mittwoch: 11:00 - 20:00 Uhr
Donnerstag - Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr
Montag - Dienstag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: weltkulturenmuseum.de

Ausstellungsansicht „Klangquellen. Everything is Music", Weltkulturen Museum. Foto: Wolfgang Günzel
11.11.2023 - 01.09.2024

Klangquellen. Everything is Music!

Weltkulturen Museum

Schaumainkai 29 - 37
60594 Frankfurt am Main