Das Projekt ist gleichzeitig eine Ausstellung, literarische Publikation und Multiple-Box über das Sehen und Fotografieren. Während des Lesens des Buchs „Die Fotografiererin“ von Sabine van Lessen (geb. 1960) im Pavillon des Gerhard-Marcks-Hauses entsteht ein zusätzliches Werk: die individuellen, visualisierten Bilder der lesenden Ausstellungsbesucher*innen! Diese äußerlich nicht sichtbaren Bilder lassen die »unsichtbare Ausstellung« entstehen und füllen hiermit den Pavillon.

Im Innenraum des Pavillons werden sich ausschließlich drei Bücher vor drei Stühlen befinden. Das Buch: „Die Fotografiererin“ befasst sich literarisch mit dem Sehen, dem Wahrnehmen, dem Fotografieren und auch mit dem Nichtsichtbaren. Die Publikation besteht aus Miniaturen, die auch unabhängig voneinander gelesen werden können. Die Lesenden sitzen vor einer leeren Museumswand, diese bildet die Projektionsfläche für die Visualisierungen.

Sabine van Lessen ist am Meer geboren, schreibt am Fluss und liebt ihre Wahlheimat Bremen. Sie schreibt Prosa-Miniaturen, die sich zu einer Erzählung verdichten. Der besondere Fokus liegt dabei auf der Genauigkeit des Weglassens, auf Rhythmus, Melodie und Klang. Für die Staten-Island-Fähren in New York hat Sabine van Lessen Prosastücke verfasst, die während der Überfahrt zu hören sind. Ihre Werke umfassen auch (Kurz-) Hörspiele, wie z. B. Wurfsendungen für Deutschlandfunk Kultur und Meeresprosa für mare radio. Charakteristisch für Sabine van Lessens Arbeit ist die Verknüpfung von Elementen aus Literatur und weiteren Kunstbereichen. So entstanden bereits Literatur-Musik-Kurzfilme und Künstlerbücher.