Keta Gavasheli (*1990 in Tiflis, Georgien) ist die diesjährige Preisträgerin des Förderpreises der Kunststiftung Rainer Wild. Ihre Arbeiten erforschen erforscht den Zwischenraum von Erinnerung und Wahrnehmung. Mit Klang, Poesie und Performance macht sie erfahrbar, wie Wahrnehmung und Erinnerung Grenzen überschreiten.
Im STUDIO der Kunsthalle Mannheim macht die Ausstellung „Closer“ Wahrnehmung selbst zum Thema. Die Arbeiten von Keta Gavasheli lassen die Besucher*innen in flüchtige Eindrücke eintauchen, in Momente, die nie vollständig festgehalten werden können. Zentral im Raum ist die Installation „Yet unnamed“, bei der zwei Filme nebeneinander laufen, die durch eine Lupe gefilmt einen neuen Blick auf Straßen, Plätze und Umgebungen eröffnen. Die Aufnahmen wirken verschwommen, flirren zwischen Schwarz und Weiß, und zeigen weniger die Orte selbst als die Erfahrung des Sehens und der Bewegung. Ergänzt wird das Werk durch Bild, Klang, Objekte, deren Anordnung ein Geflecht aus Fragmenten schafft, das gleichzeitig Nähe und Distanz erzeugt. Die Ausstellung fordert zum aktiven Mitdenken auf und benötigt dafür ein vorsichtiges Herantasten an das Gesehene. Sie zeigt, wie Eindrücke sich verschieben, überlagern und neu formen – und macht sichtbar, dass Sehen, Hören und Erleben immer unvollständig, verletzlich und zugleich intensiv sind. „Closer“ macht die Flüchtigkeit und Intensität jedes Moments spürbar und lädt ein, die Wahrnehmung als lebendigen, fortwährenden Prozess zu erfahren.
Keta Gavasheli wurde 1990 in Tiflis, Georgien geboren, lebt und arbeitet in Düsseldorf. Sie studierte Architektur in Tiflis bevor sie 2017 zur freien Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf wechselte. 2024 machte sie ihren Abschluss als Meisterschülerin bei Dominique Gonzales-Foerster.
Jetzt wird die Künstlerin mit dem Förderpreis der Kunststiftung Rainer Wild ausgezeichnet. Eine Jury aus fünf Kurator*innen wählte sie aus 13 nominierten zeitgenössischen Kunstschaffenden aus. Der Preis ist mit 5.000 € dotiert und mit der nun zu sehenden Einzelausstellung in der Kunsthalle Mannheim verbunden.
Die 2009 gegründete Kunststiftung Rainer Wild des Heidelberger Unternehmers, Stifters und Kunstsammlers Prof. Dr. Rainer Wild zeichnet mit dem 2015 ins Leben gerufenen Förderpreis bildende Künstler*innen unter 35 Jahren aus ganz Deutschland aus. Auf Wunsch der Stiftung wird der Preis seit 2020 in Mannheim verliehen. Die diesjährige Jury bildeten die Kurator*innen: Stefanie Böttcher, Kunsthalle Mainz; Manuela Husemann, Kunsthalle Mannheim; Ina Neddermeyer, Museum Giersch, Frankfurt; Stefanie Patruno, Städtische Galerie Karlsruhe; Thomas Thiel, Kunstmuseum Siegen
Friedrichsplatz 4
68165 Mannheim