Das ebenso facettenreich wie vielschichtige Werk Ulla von Brandenburgs zeichnet sich durch eine medienübergreifende Praxis aus, die in raumgreifenden, ortsspezifischen Installationen ihren charakteristischen Ausdruck findet. Ein wichtiger Ausgangspunkt sind die Ausdruckformen und Methoden des Theaters: Die Künstlerin erschafft bühnenhaft anmutende Settings aus architektonischen Versatzstücken und Vorhängen, in denen Filme, Zeichnungen, skulpturale Objekte und textile Arbeiten mit Tanz, Performance und Gesang ein komplexes Wechselspiel eingehen. Dabei verschwimmen die Grenzen zwischen Innen und Außen, Realität und Illusion. Den Referenzrahmen für von Brandenburgs Arbeiten bilden die kulturhistorischen und philosophischen Strömungen der Moderne. Vielfältige Bezüge zu Literatur und Kunstgeschichte, Zirkus, Anthropologie oder Spiritismus lassen einen dichten assoziativen Kosmos entstehen. 

Die Ausstellung im Wilhelm-Hack-Museum präsentiert einen umfassenden Überblick aktueller Arbeiten der letzten fünf Jahre, die auf Werke von Pionier*innen der modernen Avantgarde referieren, wie etwa die medienübergreifenden Farbmuster von Sonia Delaunay, Oskar Schlemmers Triadisches Ballett oder den Ausdruckstanz von Rudolf von Laban. Darüber hinaus wird eine neue, von der Künstlerin eigens für die Präsentation in Ludwigshafen konzipierte Arbeit zu sehen sein, in der die Auseinandersetzung mit den Traditionen der geometrischen Abstraktion im Fokus steht. Zur Ausstellung erscheint ein Katalog im Hirmer Verlag mit Texten von Astrid Ihle, Ida Soulard und René Zechlin sowie einem Gespräch zwischen Ulla von Brandenburg und Stephan Dillemuth.

Un bal sous l'eau, 2023, installation view NGV Triennial, Melbourne, Foto: Lillie Thompson
29.11.2025 - 06.04.2026

Ulla von Brandenburg :Von Rot bis Grün, alles Gelb vergeht

Wilhelm-Hack-Museum

Berliner Straße 23
67059 Ludwigshafen am Rhein