Das Saarlandmuseum – Moderne Galerie richtet der Künstlerin Sigrún Ólafsdóttir in Kooperation mit der Stadt St. Ingbert vom 29. November 2025 bis 12. April 2026 eine Sonderpräsentation aus. Insgesamt werden zehn Skulpturen und großformatige Zeichnungen vorgestellt, die wesentliche Themen ihres Schaffens beleuchten. Darunter befinden sich auch Leihgaben aus privatem Besitz.
Die aus Island stammende Bildhauerin und Zeichnerin wurde im Jahr 2022 für ihr herausragendes Kunstschaffen mit der Verleihung des Albert-Weisgerber-Preises für Bildende Kunst der Stadt St. Ingbert geehrt. Ólafsdóttirs Kunst zeichnet sich über drei Jahrzehnte kontinuierlichen Wirkens durch hohe Qualität und Unverwechselbarkeit aus. Für die Sonderpräsentation in der Modernen Galerie hat die Gastkuratorin der Albert-Weisgerber-Stiftung, Andrea Fischer M.A., zusammen mit Sigrún Ólafsdóttir Exponate aus verschiedenen Werkphasen ausgewählt. Anhand signifikanter Arbeiten aus den frühen 2000er Jahren bis in die aktuelle Gegenwart bietet die Ausstellung unter dem Titel Gegenwärtige Bewegung einen konzentrierten Einblick in Genese und Wandel von Ólafsdóttirs Schaffen.
Die Bewegung als plastisches Material stellt ein wesentliches Element im Werk der Bildhauerin Sigrún Ólafsdóttir dar. Nicht nur in ihren Skulpturen, auch in den Zeichnungen ist sie allgegenwärtig. Die abstrakten Arbeiten Ólafsdóttirs lassen uns Bewegung, Raum und Zeit erfahren, mit einer inhärenten Lebendigkeit und Leichtigkeit, aber auch Kraft und Energie, die wie selbstverständlich und ganz natürlich erscheinen. Holz, Stahl, Aluminium und Gummi sind die vorherrschenden Materialien, aus denen die isländische Künstlerin ihre Plastiken erschafft, etliche davon auch in faszinierender Größe als ortsbezogene Arbeiten im öffentlichen Raum.
Ólafsdóttirs Werke sind dem Begriff der Raumplastik sichtlich verbunden. Das Streben nach einer Überwindung von Masse und Schwere kennzeichnet von Beginn an ihr bildhauerisches Schaffen. Die plastische Zeichnung im Raum ist von zentraler Bedeutung. Bei der Darstellung von Bewegung ist das Entscheidende in ihren Werken die Balance, die Suche nach dem Punkt, an dem ein Körper ins Gleichgewicht kommt. Das Austarieren der Kräfte, der Ausgleich von elementaren Gegensätzen wie Leichtigkeit und Schwere, Ruhe und Bewegung, Stabilität und Fragilität, Innen und Außen, Oben und Unten, Spannung und Entspannung, Himmel und Erde, Gebundenheit und Freiheit bestimmen das Wesen der Plastiken Sigrún Ólafsdóttirs. Die Vorherrschaft runder beziehungsweise geschwungener Formverläufe lässt sich sowohl in der Plastik als auch in der Zeichnung als konzeptionelle Konstante erfahren. Kugel und Kreis stehen für beständiges Werden und Sein, für Wiederkehr und Erneuerung. Mit hoher Sensibilität lotet die Bildhauerin die auf unsere Existenz wirkenden Kräfte und Energien ästhetisch aus. Innerhalb dieses künstlerischen Systems stehen Plastik und autonome Zeichnungen als analoge Ausdrucksmittel in einem spannungsvollen Dialog.
1963 in Reykjavík/Island geboren, lebt und arbeitet Ólafsdóttir seit Beginn der 1990er Jahre als freischaffende Künstlerin in Saarbrücken. Sie studierte zunächst von 1986-1989 Bildhauerei an der Kunsthochschule Reykjavík, wechselte dann nach Saarbrücken an die Hochschule der Bildenden Künste Saar, wo sie ihre Ausbildung 1990–1994 fortsetzte und als Meisterschülerin mit Diplom abschloss. 1995 mit dem Förderpreis der Stadt Saarbrücken ausgezeichnet, erhielt sie in der Folge zahlreiche Stipendien, u.a. 2005 das der Pollock-Krasner-Foundation New York und 2007 das CIA Stipendium vom Center of Icelandic Art, Island. Die Werke der Bildhauerin wurden seit 1990 in zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland gezeigt. Ihre Werke haben Eingang in viele öffentliche und private Sammlungen gefunden.
Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr
Mittwoch: 10:00 - 20:00 Uhr
Montag: geschlossen
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