Mit The Plan and the Map – A Film Chronicle of Infrastructural (Dis)assembly präsentiert der Nassauische Kunstverein Wiesbaden die erste umfassende Einzelausstellung von Tekla Aslanishvili (*1988 in Tiflis) in Deutschland. In vier eindrucksvollen Filmen widmet sich die in Berlin, Tiflis und Wien lebende Künstlerin der Frage, wie Infrastruktur – von Bahnlinien bis zu Stromnetzen – Schauplatz politischer Macht und zugleich Ort für soziale Utopien sein kann.
Aslanishvilis Werke verbinden präzise Recherche mit poetischen Bildern und verweben dokumentarische Formen mit persönlichen Erzählungen, musikalischen Kompositionen und politischen Analysen. Im Zentrum der Ausstellung steht ihr neuer Zweikanal-Film The Mountain Speaks to the Sea (2024–25), der die politischen, sozialen und ökologischen Dynamiken rund um ein geplantes Unterseekabel im Schwarzen Meer thematisiert.
Ergänzt wird er durch frühere Arbeiten wie Scenes from Trial and Error (2020), das die gescheiterte Vision untersucht, ein georgisches Fischerdorf in eine futuristische Smart City zu verwandeln. Karten, Fotografien und Recherchematerialien begleiten die Filme und eröffnen einen vielschichtigen Rundgang über zwei Etagen des Kunstvereins.
Der Film Scenes from Trial and Error (2020) ist zudem der diesjährige Beitrag des Nassauischen Kunstvereins zum exground filmfest.
Tekla Aslanishvili schloss 2009 ihr Studium an der Staatlichen Akademie der Künste in Tiflis ab und erwarb einen Master of Arts im Fachbereich Experimentalfilm und Neue Medien an der Universität der Künste Berlin. Aslanishvilis Filme wurden international bei PACT Zollverein , dem Neuen Berliner Kunstverein, der Baltic Triennial, den Kurzfilmtagen Oberhausen, dem Kasseler Dokfest, der Kunsthalle Münster, dem EMAF - European Media Art Festival, der Videonale 18 und der Tbilisi Architecture Biennial gezeigt und ausgestellt. Sie war Stipendiatin von Digital Earth 2018 - 2019, Nominierte für den Ars - Viva Kunstpreis 2021 und Empfängerin des Han Nefkens Foundation - Fundació Antoni Tàpies Video Art Production Award 2020. Seit 2024 nimmt sie am PhD in Practice Programm teil (Akademie de r bildenden Künste Wien), ein Doktorandenprogramm, das vom Institut für Bildende Künste und dem Institut für Kunsttheorie und Kulturwissenschaften eingerichtet wurde.
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