Ob Helmut-Kohl-Allee oder Anton-Wilhelm-Amo-Straße, eins ist klar: den längsten und präsentesten Weg bekommt auch im Jahr 2025 in Berlin auf jeden Fall ein Mann.

Wie tief verankert muss Antisemitismus sein, um den Hassprediger Treitschke im Jahr 2025 noch als „umstritten“ (CDU-Politikerin Claudia Wein) zu bezeichnen?

Gibt es eine Opferhierarchie, nach der eine Zwangsarbeiterin bei Siemens, die überlebt hat, weniger Anrecht auf eine Ehrung im Straßenbild hat, als eine im KZ ermordete?

Und haben wir eigentlich keine anderen Probleme, als Straßennamen?

Die Sichtbarkeit im Berliner Stadtraum ist hart umkämpft – und das seit über hundert Jahren. Bei der aktuellen Empörungsbereitschaft wird schnell vergessen, dass schon die Eingemeindung zu bösen Auseinandersetzungen um doppelte und dreifache Straßennamen führte oder dass 1991 in Ostberlin hunderte Straßen umbenannt wurden.

Die Spandauer Ausstellung zeigt die intensive Geschichte der Sonderwege als Berliner Bezirk und kann dabei auch mit besonderen Originalobjekten, wie attackierten Straßenschildern, Nazi-Briefen und Grabungsfunden aufwarten. Eingeordnet in die Berliner Gesamtgeschichte und Gesetzeslage von Straßenbenennungen stellt die Spandauer Ausstellung zudem viel Platz und Möglichkeiten zum – kultivierten – Streit zur Verfügung.


Öffnungszeiten:
Montag: 10:00 – 17:00 Uhr
Mittwoch: 10:00 – 17:00 Uhr
Donnerstag: 13:00 - 20:00 Uhr
Freitag – Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr
Dienstag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: zitadelle-berlin.de

© Titelbild: Pressestelle Spandau, Claus Rehfeld, 25.06.1991, Archiv des Stadtgeschichtlichen Museums Spandau
07.11.2025 - 10.05.2026

UmBenennen?! Berlins Straßennamen und ihre Geschichte

Zitadelle – Bastion Kronprinz

Am Juliusturm 64
13599 Berlin