Das Werk von Mariana Castillo Deball (*1975, lebt in Berlin und Mexiko-Stadt) bewegt sich an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Archäologie. In ihren Installationen mit Skulptur, Malerei, Zeichnung, Druck, Sound und Fotografie untersucht sie, wie Wissen durch Machtstrukturen geformt und verändert wird.
Im Kunstverein zeigt sie neue Zeichnungen und Keramiken, die die Zerbrechlichkeit und Instabilität menschlicher Existenz reflektieren: Handgefertigte Keramikperlen, eingefädelt in eine mäandernde, modulare Architektur, knüpfen Parallelen zwischen handwerklichen Techniken und erzählerischen Prozessen. Der Linearität dieser Zeiterfahrung stellt die Künstlerin die rotierende Bewegung der Töpferscheibe gegenüber: Geschichte schreitet fort und wiederholt sich. Ihre Installation schafft so einen eigenen Kosmos, der Unterbrechungen und Abrisse bei der Weitergabe von Erzählungen thematisiert sowie – wie beim Turmbau zu Babel – die Kreisläufe von Aufbauen, Zusammenbrechen und Wiederaufbauen.
Das griechische Wort Kosmos (κόσμος) bedeutet sowohl Schmuck als auch (Welt-)Ordnung. Diese Ordnung umfasst nicht nur Dinge, anhand derer sich die Gesetzmäßigkeiten unserer Welt erzählen lassen: Bewegungen, Richtungen, Gewicht, Volumina, Zeit. Der Kosmos als Weltordnung umfasst auch Beziehungsgefüge, deren Stabilität immer wieder in Frage steht. The work of Mariana Castillo Deball (born in 1975, lives in Berlin and Mexico City) situates itself at the intersections of art, science and archaeology. Her installations feature sculpture, painting, drawing, printmaking, sound, and photography, exploring the way in which knowledge is shaped and transformed through power structures.
In her exhibition Stringing Beads, she presents new drawings and ceramics that reflect on the fragility and instability of human existence: handmade ceramic beads, threaded into a meandering, modular architecture, draw parallels between craft techniques and narrative processes. The artist contrasts this linear experience of time with the rotating movement of the potter's wheel: history both progresses and repeats itself. With this in mind, her installation creates its own cosmos and addresses interruptions and breaks in the transmission of history and—as in the Tower of Babel—the cycles of construction, collapse, and reconstruction.
The Greek word kosmos (κόσμος) means both jewelry and (world) order. This order on the one hand encompasses objects that can be used to describe the laws of our world: movements, directions, weight, volumes, time. The cosmos as world order on the other hand also encompasses relationship structures whose stability is again and again being called into question.
Die Ausstellung zeigt eine Neuproduktion von Mariana Castillo Deball (*1975, lebt in Berlin und Mexiko-Stadt), deren Werke Teil der Biennale di Venezia (2022), der documenta (2012) waren.
Öffnungszeiten:
Mittwoch – Freitag: 15:00 - 18:00 Uhr
Samstag – Sonntag: 12:00 - 18:00 Uhr
Weitere Informationen direkt unter: dortmunder-kunstverein.de