Was ist das Wirkliche? Aren Shahnazaryan sucht die Antwort nicht im Abbild, sondern im Akt des Malens selbst. Seine Bilder führen in eine Welt, in der Alltagsobjekte ihre Orientierung verlieren und zu stillem, widerspenstigem Leben erwachen. Es ist die sinnliche Energie der Farbe, die sich satt und schwelgerisch über die Leinwand legt, es ist die kritische Haltung gegenüber den Behauptungen des Zeitgeistes, es ist das Agieren an der Grenze zu den höheren Formen des Nonsens, das Shahnazaryans Bilder ausmacht.
Der aus Armenien stammende Künstler ist längst fest in Dresden verwurzelt und führt die hiesige Maltradition mit erstaunlicher Selbstverständlichkeit fort. Er steht in der Linie jener Maler, die das „Kulinarische“ (wie es Shahnazaryans Lehrer Ralf Kerbach ausdrückte) besonders in ihren Stillleben zelebrierten: Rosenhauer, Lachnit, Göschel, Jüchser. Unter Kerbachs Einfluss übernahm Shahnazaryan den Staffelstab von diesen Meistern, ohne zu kopieren, er dreht ihr Erbe wie selbstverständlich ins Abseitige, Surreale. Zwischen Ironie, Skepsis und einer fast heiteren Gelassenheit lässt er Dinge zusammentreten, die nichts verbindet – außer ihrer puren Gegenwart. Was bleibt, ist Malerei als Akt der Behauptung, als Feier der Farbe und das Widerständige gegen jede augenfällige Lesbarkeit des Bildes.
„Zentrum meines künstlerischen Schaffens ist es, die Entstehung eines Bildes mit malerischen Mitteln zu untersuchen und zu hinterfragen. Dabei gehe ich immer wieder der Frage nach, welchen Einfluss der Maler und das Bild in einem Malprozess aufeinander haben. (…) Nicht nur ich entscheide für das Bild, sondern auch das Bild wirkt auf meine Entscheidungen (…) So entsteht eine Spannung, die aus dem geringen Umfang des Werkes das Unbegrenzte gewinnt.“ AREN SHAHNAZARYAN
In der ersten Museumsausstellung des Künstlers sind 59 Gemälde und sechs Bleistift-Zeichnungen zu sehen. Unsere Auswahl an honorarfreien Abbildungen entnehmen Sie bitte dem anhängenden Bildkatalog.
Biografisches
Aren Shahnazaryan wurde 1991 in Jerewan (Armenien) geboren. Er studierte 2008-2012 an der Kunstakademie Jerewan und 2017 bis 2022 an der HfBK Dresden. Von 2022 bis 2025 war er hier Meisterschüler bei Ralf Kerbach. Aren Shahnazaryan lebt und arbeitet seit 2017 in Dresden.
Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag: 14 :00 – 18:00 Uhr
Samstag – Sonntag: 10:00 –18:00 Uhr
Montag: geschlossen
Weitere Informationen direkt unter: leonhardi-museum.de