Parallel zur Ausstellung „Deutsch“ zeigt das Kunstmuseum die erste Einzelausstellung des Künstlers Fabian Reetz in Baden-Württemberg.
Nach der Wiedervereinigung gründeten sich im süddeutschen Raum vermehrt deutschsprachige Gothicbands. In einer Zeit, die vielfach als Umbruch betrachtet wird, treten kulturelle Kontinuitäten zutage. Bands wie ‚Das Ich‘ oder ‚Relatives Menschsein‘ orientieren sich in ihren Texten an der Romantik, dem Barock und der frühen Moderne und trugen ihre Texte in theatralischen Settings zu synthetischen Dark Wave Sounds vor. Neue deutsche Todeskunst untersucht, wie die epochalen Bezüge Menschenbild, Moralvorstellungen und Weltanschauungen bis in die Gegenwart formen. Fokus der Ausstellung in Heidenheim ist, wie die wirtschaftlichen Bedingungen nach der Wende in Zusammenhang mit der Musikproduktion im wiedervereinigten Deutschland stehen. Artefakte aus einem stillgelegten Tagebau, die Tapete aus Jugendzimmern und Elemente aus einem Aufnahmestudio bilden eine komplexe Assemblage, die auch widersprüchlichen und düsteren Aspekten nachspürt. Die neuen Arbeiten sind eingebettet in die langjährige Serie East German Gothic Studies, aus welcher ebenfalls Auszüge zu sehen sind.
Fabian Reetz (*1997, Bad Salzungen) schloss sein Studium der Freien Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar im Januar 2025 ab und setzt seine Studien an der Akademie der bildenden Künste Wien fort. Seine Arbeiten wurden unter anderem im Kunsthaus Potsdam, bei Soy Capitan Berlin, Exile, im Cazul 101 in Bukarest und im Klocker Museum Hall in Tirol gezeigt.
Öffnungszeiten:
Dienstag: 11:00 – 17:00 Uhr
Mittwoch: 13:00 – 19:00 Uhr
Donnerstag – Sonntag: 11:00 – 17:00 Uhr
Montag: geschlossen
Weitere Informationen direkt unter: kunstmuseum-heidenheim.de