Neuhardenberger Landschaftspark wird zum Star. Schloss Neuhardenberg zeigt in einer Ausstellung zu Landschaftsgärten in der Kunst Werke aus unterschiedlichen Epochen im Dialog mit gestalteter Natur.
Landschaftsgärten gehören seit Jahrhunderten wie selbstverständlich zum kulturellen Bild Europas. Als Schlossanlagen oder öffentliche Stadtparks in den Metropolen prägen sie bis heute Landschaften und Städte. Sie werden intensiv genutzt und geschätzt als Orte der Erholung und Bewegung, der Begegnung und des sozialen Austauschs sowie als Räume ästhetischer Erfahrung. Auch bei Künstlerinnen und Künstlern sind sie als Orte der Inspiration beliebt.
Ihre besondere Anziehungskraft gerade für Kunstschaffende liegt möglicherweise darin, dass Landschaftsgärten Zwischenräume darstellen. Sie sind zugleich Natur und menschengemachtes Kunstwerk. Ein Blick auf ihre Strukturen verdeutlicht diese Nähe zur Bildenden Kunst. Perspektiven, Blickachsen, Bildausschnitte, das Zusammenspiel von Licht, Schatten, Formen und Farben sowie nicht zuletzt allegorische Motive sind zentrale Gestaltungselemente sowohl der Gartengestaltung als auch der Malerei. Während Gärten im Barock noch stark architektonischen Prinzipien folgten, war die Gartenkunst seit der Entstehung des englischen Landschaftsgartens im 18. Jahrhundert zunehmend von der Malerei beeinflusst. Landschaftsgärten wurden als begehbare Bilder komponiert, die durch gezielte Wegeführungen und inszenierte Sichtachsen immer neue An- und Einsichten eröffnen sollten.
Star und exemplarisches Objekt der Ausstellung Von Gärten, Landschaften und Bildern. Landschaftsgärten in der Kunst vom Barock bis heute ist der Neuhardenberger Landschaftspark, ein Meisterwerk der Gartengestaltung von Hermann Fürst von Pückler-Muskau (1785 – 1871) und Peter Joseph Lenné (1789 – 1866). Von ihm ausgehend, beleuchtet die Ausstellung die Vielfalt der Darstellung von Landschaftsgärten in der Kunst vom 17. Jahrhundert bis heute. Gleichberechtigt nebeneinander zeigt sie Kunst verschiedener Epochen und lässt dabei überraschende Beziehungen deutlich werden.
Am 31. Mai präsentiert Nezaket Ekici (*1970), Meisterschülerin von Marina Abramović und eine der profiliertesten und zugleich populärsten Performancekünstlerinnen in Deutschland, ihre eigens für Neuhardenberg entwickelte Arbeit Gehend-Sehend über die Nähe von Kunst und Landschaftsgarten. Dabei werden einzelne Gestaltungselemente, die bei dieser Form des Gartens immer vorkommen, in den Mittelpunkt gestellt. Zudem rückt Ekici die Frage nach der Arbeit, die die Pflege einer solchen Anlage bedeutet, in den Blick. Die Performance wird am 31. Mai 2026 live aufgeführt, aufgezeichnet und im Anschluss als Video in der Ausstellung präsentiert. Der Performance voraus geht ein Gespräch über die Bewahrung des Gartenerbes und über Gestaltungsprinzipien der Gartenkunst im Wandel der Zeit mit der renommierten Landschaftsarchitektin Adelheid Gräfin Schönborn, die den Park von Neuhardenberg von 1997 bis 2001 im Lennéschen Sinne instand setzte.
Öffnungszeiten:
Mittwoch – Sonntag: 11:00 – 18:00 Uhr
Montag – Dienstag: geschlossen
Weitere Informationen direkt unter: schlossneuhardenberg.de