Im Frühjahr 2026 präsentiert der OKV die erste große institutionelle Einzelausstellung der Malerin Babette Semmer (*1989, London, lebt und arbeitet in Berlin). Ausgangspunkt ihrer künstlerischen Praxis ist das fotografische Bild. Dafür eignet sie sich Bildmaterial aus z. B. Jugendzeitschriften, Seifenopern, Internetforen, privaten Fotosammlungen und mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz an. Nach einer scharfsinnigen Analyse hinsichtlich des Ausschnitts, Aufbaus, ihrer Besonderheiten und Details, transferiert sie die Motive auf die mit Quarzsand grundierte Leinwand. Die Körnung erinnert an analoge Fotografie, gleichzeitig oszilliert ihre altmeisterlich anmutende Malerei zwischen Realismus und Impressionismus, zwischen Dokumentation und Narration. Die Malerei vibriert.
Durch die Kombination aus Motiv und dieser eigentümlich „aus der Zeit gefallenen“ Maltechnik, gelingt es Semmer, Stimmungen einer inneren und äußeren Welt abzubilden. Obwohl sie nicht weiter auf die ursprüngliche Bildherkunft eingeht, wird ein kollektives Bildgedächtnis angerufen. Ihre Werke eröffnen Fragen zur Fotografie, zur Malerei und zum Filmischen und setzen den erstmals in den 1990er Jahren aufkommenden Begriff des „Iconic Turn“ und die sich potenzierende Bildmacht unserer Zeit ins Zentrum.
Babette Semmer (*1989, London, UK) lebt und arbeitet in Berlin. Sie studierte an der Slade School of Fine Art in London und an der Städelschule in Frankfurt am Main. 2025 lehrte sie an der HfK Bremen Zeichnen.
Die Ausstellung wird großzügig gefördert von:
Waldemar Koch Stiftung
Karin und Uwe Hollweg Stiftung
ARTHENA FOUNDATION
Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag: 14:00 – 18:00 Uhr
Samstag – Sonntag: 11:00 – 18:00 Uhr
Montag: geschlossen
Weitere Informationen direkt unter: oldenburger-kunstverein.de