Seit 2013 lebt Inès Longevial (*1990) als freischaffende Künstlerin in Paris. Das Porträt wird zu ihrem bevorzugten Genre und Experimentierfeld. Gesichter, zarte Gesten oder nachdenkliche Stimmungen prägen ihre oft großformatigen Arbeiten. Die Haut steht im Mittelpunkt ihrer Überlegungen. Sie wird zur Karte, zur Erinnerung, zur Projektion: eine poröse Oberfläche, auf der sich individuelle und kollektive Erzählungen ablagern.
Schon seit frühester Kindheit zeichnet sie. Vorbilder findet sie zunächst in Büchern über Picasso, Matisse und Modigliani. Später ist es die Biografie und das Werk von Paula Modersohn-Becker, die sie fasziniert und in der sie Parallelen zu ihrer eigenen Kunst entdeckt.
Mit ihrer Kunst versteht es Inès Longevial, die Betrachter*innen in ihren Bann zu ziehen. Nach Ausstellungen in Paris, New York und Shanghai werden ihre Werke zum ersten Mal in einer Einzelausstellung in Deutschland in Worpswede präsentiert.
Ausgestelle Künstlerin: Inès Longevial
Dazu: Hans am Ende, Heini Linkshänder, Karl Krummacher, Fritz Mackensen, Jeanne Mammen, Emmy Meyer, Otto Modersohn, Paula Modersohn-Becker, Lisel Oppel, Richard Oelze, Fritz Overbeck, Hermine Overbeck-Rothe, Ottilie Reylaender, Albert Schiestl-Arding, Paul Schroeter, Heinrich Vogeler, Helmuth Westhoff
Impuls Paula – Zum 150. Geburtstag von Paula Modersohn-Becker
Die Künstlerin Paula Modersohn-Becker hat weitaus mehr hinterlassen als rund 750 Bilder und weit über 1.000 Zeichnungen: Ihr Einfluss auf die Kunstwelt und ihre Inspiration sind unschätzbar. Mit ›Impuls Paula‹ gehen die Worpsweder Museen vom 7. Februar bis zum 1. November genau diesem Vermächtnis nach.
Zu ihren Lebzeiten verkaufte Paula Modersohn-Becker kaum eines ihrer Gemälde. Erst in den Jahrzehnten nach ihrem Tod erkannte die Kunstwelt die Magie, die in ihrem ganz eigenen Stil steckt. Heutzutage gelten die Bilder als Meilensteine des Expressionismus. Sie faszinieren durch ihre Kraft und berühren, weil sie sich radikal auf das Wesentliche reduzieren und Menschlichkeit spürbar machen. Außerdem imponiert die Unbeirrbarkeit, mit der die junge Malerin ihren künstlerischen Weg – ganz unabhängig von Konventionen und Meinungen – verfolgte. Sie lebte und atmete für ihre Kunst. »In mir fühle ich es wie ein leises Gewebe, ein Vibrieren, ein Flügelschlagen, ein zitterndes Ausruhen, ein Atemanhalten: wenn ich einst malen kann, werde ich das malen.« Mit ihrem Leben und ihrer Kunst hat Paula Modersohn-Becker Impulse gesetzt und Generationen von Künstlerinnen und Künstlern beeinflusst.
Genau diese Impulse untersuchen die Worpsweder Museen. Welche Anstöße hat Paula Modersohn-Becker gegeben, welche Zeichen hat sie gesetzt? Welche Künstlerinnen und Künstler haben sich von ihr inspirieren lassen und wie lebt ihre Kunst weiter? Ausgehend von jeweils einem der Werke der Malerin gehen die Besucherinnen und Besucher mit ›Impuls Paula‹ auf Spurensuche – und zwar in jedem der vier Museen auf eine andere: Mal geht es um (Selbst-) Porträts, mal um Wertschätzung und Respekt, mal um Design von Frauen. Mal sieht man Werke, die vor über einhundert Jahren entstanden, mal zeitgenössische Kunst aus unseren Jahrzehnten. Letztere stammt übrigens auch von Künstlerinnen der GEDOK, dem ältesten und europaweit größten Netzwerk für Künstlerinnen. In diesem Jahr feiert es seinen 100. Geburtstag.
Ein Begleitprogramm flankiert die Ausstellung und vertieft manche Aspekte, lässt Künstler*innen zu Wort kommen und stellt ganz neue Fragen. Dazu zählen nicht nur die Künstler*innengespräche, die an ausgewählten Terminen in den Museen stattfinden, oder die Führungen durch die Museen und den Ort, sondern auch eine wissenschaftliche Tagung. Im Rahmen der Ausstellung richtet das Mariann Steegmann Institut. Kunst & Gender/Universität Bremen gemeinsam mit dem Kunstgeschichtlichen Institut/Philipps-Universität Marburg und in Kooperation mit den Worpsweder Museen und dem Künstlerinnenverband Bremen, GEDOK, eine Tagung zur Künstlerinnen*forschung vom 11. bis 13. Juni 2026 in Worpswede aus.
Öffnungszeiten:
Mittwoch, Freitag – Sonntag: 11:00 – 17:00 Uhr
Weitere Informationen direkt unter: worpswede-museen.de