Mit dieser Ausstellung des Tierfotografen Vicent Munier möchte das Museum für bildende Kunst anknüpfend an die Wiedereröffnung des Zoologischen Museums seine Besucherinnen und Besucher einladen, dem Alltag für eine Weile zu entfliehen und Kunst so zu betrachten, als sei es Natur.
Die Ausstellung zeigt die Fotografien von Vincent Munier neben Werken aus den Sammlungen verschiedener Museen der Stadt Straßburg (Museum für bildende Kunst, Kupferstichkabinett, Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Museum Tomi Ungerer, Zoologisches Museum) vom 16. bis 20. Jahrhundert. All diese Kunstwerke setzen Tiere in ihrem natürlichen Umfeld in Szene. Ihre stille Zweisprache zieht die Besucher für einen Moment des Verweilens und der Kontemplation in den Bann.
Mit seinem besonderen Blick und seiner Technik fängt Vincent Munier die Vergänglichkeit und Faszination ein, die der Begegnung mit freilebenden Tieren innewohnen. Derart majestätisch fotografiert, erlangt auch das Tier gemeinsam mit seinem fotografischen Abbild den Status eines Kunstwerks.
Vielen Menschen ist der Kontakt zu Natur und Tieren ein tiefes Bedürfnis. Das Gleiche trifft auf Kunstwerke zu, für die das Museum gewissermaßen ein Zufluchtsort ist. Deshalb möchten wir die Natur ins Museum holen. Genau wie Kunst verdient es die Natur – heute mehr denn je –, betrachtet, bewundert und bewahrt zu werden. Doch um schützen und bewahren zu können, müssen wir zunächst richtig beobachten. Ist ein Museumsbesuch nicht letztlich fast so etwas wie ein Waldspaziergang und das Museum eine Art Schutzgebiet?
Die Schau präsentiert 81 Fotografien von Vincent Munier hauptsächlich zum Thema Wald (darunter 15 Blaudrucke in Zusammenarbeit mit den Fotografen Julien Félix und Léo-Pol Jacquot), des Weiteren ein Ensemble mit aus der Ferne fotografierten Tieren vor weißem Hintergrund, einer Munier wichtigen Farbe. Das von atelier-aile² entworfene Ausstellungsdesign spricht vor allem die Sinnesempfindungen der Besucherinnen und Besucher an.
„Ich will die Natur in ihren stärksten Ausdrucksformen begreifen.
Angesichts ihrer Größe findet der Mensch seine Zerbrechlichkeit wieder.
Gegenüber der Natur kann er nicht anders, als eine tiefe, ehrliche Demut zu empfinden.
Sie veranlasst ihn zu beobachten, zu fühlen und zu bewundern…
Vergessen der Drang zu erobern, zu beherrschen und zu profitieren.
Nichts anderes wollen als staunen.“
(Vincent Munier, Arctique. Carnet d’expédition)
Öffnungszeiten:
Dienstag – Freitag: 10:00 – 13:00 Uhr und 14:00 – 18:00 Uhr
Samstags – Sonntag: 10:00 – 18:00 Uhr
Montag: geschlossen
Weitere Informationen direkt unter: musees.strasbourg.eu/musee-d-art-moderne-et-contemporain
2, place du château
67000 Strasbourg