Die Ausstellung präsentiert die drei ars viva-Preisträger*innen 2026 und richtet damit den Blick auf eine junge Generation von Künstler*innen. Die eigens für die Schau entwickelten und ausgewählten Beiträge kommentieren auf unterschiedliche und eindrückliche Weise kulturelle, gesellschaftliche und politische Verflechtungen.

Ryan Cullen thematisiert in seinen Malereien und Skulpturen politische und ideologische Strukturen. In einem Wechselspiel von Oberflächen, Abbildern und materieller Präsenz entfaltet sich das Wertesystem einer kapitalistischen Gegenwart. Nazanin Noori setzt sich mit der Verbindung von Raumarchitektur, Skulptur und Klang auseinander und schafft multisensorische Erzählungen, in denen sich interkulturelle poetische und musikalische Quellen verbinden. Prateek Vijan untersucht, wem zu welchen Systemen Zugang gewährt wird und auf welche Weise. Mit seinen Installationen konfrontiert er die Besuchenden mit Situationen von Ausgrenzung und Barrieren, die er räumlich erfahrbar macht.

Den ars viva-Preis für Bildende Kunst vergibt der Kulturkreis jährlich seit 1953 an herausragende junge, in Deutschland lebende Künstler*innen unter 35 Jahren. Das Marta Herford ist die erste mehrerer Ausstellungsstationen. Im Herbst folgt die Präsentation im Kunstverein Braunschweig (5. 12. 2026 – 21. 2. 2027).

Über den ars viva-Preis
Seit 1953 vergibt der Kulturkreis jährlich den ars viva-Preis für bildende Kunst an herausragende junge, in Deutschland lebende Künstler*innen unter 35 Jahren. Seither wurden über 350 Künstler*innen ausgezeichnet, darunter Rosemarie Trockel, Candida Höfer, Wolfgang Tillmans, Omer Fast, Cemile Sahin und Sung Tieu. Im Fokus der Jury stehen künstlerische Positionen, die eine eigenständige Formensprache entwickeln und gesellschaftliche wie kulturelle Fragestellungen reflektieren. Der ars viva-Preis wird von der Péter Horváth Stiftung gefördert. Weitere Informationen unter arsviva.kulturkreis.eu

Über den Kulturkreis der deutschen Wirtschaft 
Der Kulturkreis der deutschen Wirtschaft wurde 1951 gegründet und ist die traditionsreichste Institution für unternehmerische Kulturförderung in Deutschland. Als unabhängiges Netzwerk engagierter Unternehmen setzt er sich für Kunstfreiheit als zentrale Säule der Demokratie ein. Im Zentrum seiner Arbeit steht seit über 70 Jahren die Förderung von Nachwuchstalenten in den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Literatur und Musik. Dank Mitgliedsbeiträgen und Spenden konnte der Kulturkreis bereits zahlreiche Kunstschaffende zu Beginn ihrer Karriere unterstützen, darunter herausragende Persönlichkeiten wie Heinrich Böll, Ingeborg Bachmann, Günter Grass, Georg Baselitz, Sabine Meyer, Katharina Sieverding, Tabea Zimmermann, Rosemarie Trockel, Candida Höfer, Robert Menasse und Thomas Demand. Weitere Informationen unter kulturkreis.eu

Katalog
Der Katalog zum ars viva 2026 erschien im DISTANZ Verlag, herausgegeben von Min-young Jeon, Kulturkreis der deutschen Wirtschaft, und ist auch im Marta-Shop erhältlich. Das zweisprachige Buch (Deutsch/Englisch) präsentiert die Arbeiten der drei Preisträger:innen Ryan Cullen, Nazanin Noori und Prateek Vijan. Ergänzt wird es durch Texte von Nikita Dhawan, Bitsy Knox, Nora O’Murchú und Skye Arundhati Thomas. Gestaltung: Berliner Studio Shortnotice. Weitere Informationen zum Katalog unter ars viva 2026

Biografien
Ryan Cullens
(* 1992 in Boston, USA) aus unterschiedlichen kulturellen und materiellen Quellen schöpfende Praxis konzentriert sich auf die Produktion von Bildern und Objekten, die Elemente größerer politischer und ideologischer Strukturen aufweisen. In einem Prozess, in dem sich Malerei und Skulptur oft überschneiden, schafft der Künstler Bilder, die die Tendenzen der westlichen Gesellschaft zur Selbstvernichtung widerspiegeln. Cullen studierte an der Städelschule, Frankfurt am Main, und an der Cooper Union, New York.

Seine Arbeiten wurden in Einzel- und Gruppenausstellungen gezeigt, u. a. Briefing Room, Brüssel; The Meeting, New York; CLEARING, Brooklyn; Etablissement d’en Face, Brüssel; Nassauischer Kunstverein, Wiesbaden; Portikus, Frankfurt am Main.

Nazanin Noori (* 1991 in Wiesbaden) ist eine interdisziplinäre Künstlerin mit Schwerpunkt auf Sound, Komposition, Performance, Installation, Regie und Text. In ihren Arbeiten beschäftigt sich Noori mit der Verschmelzung von Klang, Raum, Skulptur sowie postdramatischer Poesie und konzentriert sich dabei auf atmosphärische Erzählungen. Ihre hypnoakustischen Kompositionen bewegen sich in erster Linie im Bereich des Ambient Hardcore, aber auch im Bereich der Doom-Elektronik.

Ihre Werke wurden u. a. bei der Transmediale, im Haus der Kulturen der Welt, EIGEN+ART Lab, CCA Berlin, der Akademie der Künste und dem CTM Festival gezeigt.

Prateek Vijan (* 1991 in Neu-Delhi, Indien) lebt und arbeitet in Berlin. Ausgangspunkt seiner künstlerischen Praxis ist seine persönliche Geschichte, die er als ein Geflecht politischer, bürokratischer und gesellschaftlicher Prägungen versteht und reflektiert. Im Zentrum seiner Arbeit stehen die willkürlichen Besitzansprüche kolonialer Mächte, deren gesellschaftliche Verfestigung sowie ihr Weiterwirken in Institutionen und deren kolonialgeschichtlichen Strukturen. Vijan studierte in Neu-Delhi und Hamburg. Er erhielt mehrere Stipendien, u. a. das Arbeitsstipendium für bildende Künstlerinnen und Künstler der Freien und Hansestadt Hamburg. 

Seine Werke wurden hauptsächlich in Deutschland ausgestellt, aktuell im Kunstverein in Hamburg, 2024 im Kunstverein »Neue Kunst in Hamburg e. V.« und in der Stipendiatenausstellung in der Sammlung Falckenberg, 2021 in »Proof of Stake« im Kunstverein in Hamburg.


Öffnungszeiten:
Dienstag: 11:00 – 18:00 Uhr
Mittwoch: 11:00 –  20:00 Uhr
Donnerstag – Sonntag: 11:00 – 18:00 Uhr
montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: marta-herford.de