Die Sammlungsausstellung So wie wir sind präsentiert sich in verändertem Licht: Neue Werke, neue Sammlungen, neue Themenareale. Daneben Bekanntes mit modifizierten Schwerpunkten, Bewährtes als Moment des Wiederer-kennens, Mitmachstationen für die Besucher*innen und eine Verstärkung von Positionen aus den 1960er bis 1980er Jahren als historisches Rückgrat. Die leitende Frage: Wer sind wir und wer könnten wir sein?

Mit Werken von mehr als 100 Künstler*innen und-gruppen aus unterschiedlichen Zeiten und Orten dieser Welt eröffnet So wie wir sind auf 2.500 m? vielgestaltige Perspektiven auf die Kunst der Gegenwart. Renommierte Namen werden dabei von jungen, noch zu entdeckenden Positionen herausgefordert und Sichtweisen der klassischen Kunstgeschichte gegen den Strich gebürstet. So entstehen überraschende, spannende, humorvolle, poetische und radikale Möglichkeiten, sich den Fragen unserer Zeit über die Kunst zu nähern.

Ein neuer Themenraum widmet sich zum Beispiel dem Selbstbild - vom Passfoto über das klassische Porträt bis hin zu Formen der Selbsterkundung zwischen Intimität und Inszenierung. An anderer Stelle geht es um Macht und Empowerment oder um die patriarchalen Strukturen des Kulturbetriebs sowie die Vielfalt von Körperbildern zwischen Zuschreibung, Selbstbehauptung und Verwandlung. Damit geht es immer wieder um die Frage, wie Künstler"innen gesellschaftliche Hierarchien sichtbar machen und hinterfragen.

Zu sehen sind Kunstwerke aller Gattungen. Fotoserien, Gemälde, Licht-und Soundarbeiten aber auch Objekte, die nicht selten zum Schmunzeln einladen und auf den zweiten Blick überraschen (ein Streichholz oder ein Eis als Kunst?), bis hin zu eindrucksvollen Installationen und Videoarbeiten. So entführt uns beispielweise Cao Fei mit ihrer Videoarbeit La Townin eine moderne Stadtlandschaft zwischen alltäglicher Normalität und apokalyptischer Untergangsstimmung. Susan Philipsz versetzt allein mit Klang ei nen gesamten Ausstellungssaal regelrecht in Schwingung. Und Robert Longo zeigt mit seinem gewaltigen fotorealistischen Gemälde einen Weißkopfseeader, das Wappentier der USA, in stolzer Pose- und befragt damit Hybris und maßlose Selbstüberschätzung

Neu in der Ausstellung sind Werke von rund 40 Künstler*innen: Saâdane Afif, Tamina Amadyar, John

M. Armleder, Rebekka Benzenberg, Viktoria Binschtok, Karla Black, Christian Boltanski, Rahel Bruns, André Cadere, Miriam Cahn, Jesse Darling, Cao Fei, Hans-Peter Feldmann, Ceal Floyer, Andrea Fraser, Ryan Gander, Kyriakı Goni, Donald Judd, Johanna Karlsson, Annette Kelm, Sonia Khurana, Jürgen Klauke, Fabian Knecht, Jürgen Krause, Till Krause, Wolfe von Lenkiewicz, Richard Long, Hobert Longo, Urs Lüthi, Małgorzata Mirga-Tas, Marge Monko, Andreas Mühe, Zanele Muholi, Kenneth Noland, Susan Philipsz, Paloma Proudfoot, Peter Roehr, Bunny Rogers, Kay Rosen, Ulrike Rosenbach, Emma Sarpaniemi, Norbert Schwontkowski, Lerato Shadi, Luc Tuymans, Anna Vogel, Wim Wenders