In der Ausstellung „Wer bist Du?“ geht das Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg (MK&G) neue Wege der Besucher*innenbefragung: Ab dem 20. März 2026 sind die Gäste eingeladen, auf spielerische Weise Fragen zu ihrem eigenen Besuchsverhalten zu beantworten und dabei mehr über sich selbst zu erfahren. Damit möchte das MK&G sein Publikum aktivieren und das Haus auf Basis der Ergebnisse zu einem Ort weiterentwickeln, an dem sich noch mehr Menschen willkommen und wohlfühlen.
Anhand von Fragen wie „Was ist Dir bei Deinem Besuch im MK&G besonders wichtig?“, „Was behältst Du in Erinnerung?“ oder „Was würdest Du verändern, wenn Du Direktor*in wärst?“ können die Gäste beispielsweise mit Klebepunkten abstimmen, Kommentare verfassen und Erfahrungen teilen oder zeichnen, was ihnen wichtig ist. Ergänzt wird die Befragung durch Objekte aus der Sammlung des MK&G sowie durch eine Auswahl von Plakatkampagnen besonders erfolgreicher Ausstellungen der vergangenen Jahre am MK&G, die selbst zum Gegenstand der Befragung werden. Parallel zur Ausstellung realisiert die Designerin Chris Campe im westlichen Treppenhaus eine dauerhafte Wandarbeit mit Stimmen von Besucher*innen.
VOM FRAGEBOGEN ZUM DIALOG
Seit 2012 führt das MK&G kontinuierlich Besucherinnenbefragungen durch, um Angebote, Service und Ausstellungen weiterzuentwickeln. „Wer bist Du?“ knüpft daran an und experimentiert mit neuen Formen der Beteiligung: Statt klassischer Fragebögen begegnen die Gäste interaktiven Abstimmungen, offenen Fragen und Mitmachformaten im Ausstellungsraum, zum Beispiel um Gefühle zu formulieren, Texte zu bewerten oder neue Sitzmöbel zu zeichnen.
Zugleich zeigt die Ausstellung, welche Rolle die Besucher*innenforschung für strategische Entscheidungen im Museum spielt: Um eine Methode zu veranschaulichen, wird das international verbreitete Modell von John Falk erläutert. Darin werden verschiedene Besuchstypen vorgestellt – von neugierigen Entdecker*innen über erlebnissuchende bis hin zu erholungssuchenden Besucher*innen. Exemplarisch wird deutlich, wie vielfältig Museumserfahrungen sein können.
Auch das Medium Plakat wird in die Befragung einbezogen: Besucher*innen können selbst entscheiden, welche Motive vergangener Ausstellungen am MK&G sie ansprechen und welche Gestaltung sie überzeugt. So entsteht ein direkter Dialog über visuelle Kommunikation und darüber, wie Ausstellungen wahrgenommen werden.
Die Ausstellung „Wer bist Du?“ wird während der Laufzeit wachsen und sich verändern. So wird sie zu einem gemeinsamen Erfahrungsraum, in dem Rückmeldungen, Wünsche und Perspektiven der Besucher*innen sichtbar werden und miteinander in Dialog treten.
KOOPERATION
Die Ausstellung entsteht in Kooperation mit Studierenden des Studiengangs Public Design der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW) unter der Leitung von Jona Piehl.
INSTALLATION VON CHRIS CAMPE
Gemeinsam mit den Aufsichten des MK&G hat die Hamburger Designerin Chris Campe Aussagen von Besucher*innen gesammelt. Als dauerhafte Wandinstallation im Westflügel erhalten die auf Holzplatten gezeichneten Kommentare nun eine visuelle Form – und einen eigenen Klang. Für Chris Campe ist Schrift ein audiovisuelles Medium: Form und Formulierung verbinden sich im Kopf zu einem Klangbild; die Sätze sind unmittelbar hörbar.