Die Ausstellungsreihe HIER UND JETZT im Museum Ludwig begreift das Museum als eine offene Struktur für experimentelle Formate. Dabei gilt es, die räumlichen und konzeptuellen Grenzen der Institution jenseits vertrauter Komfortzonen zu erweitern.

Unter dem Titel Transcorporealities widmet sich die fünfte Ausstellung der Reihe der Komplexität von Körperlichkeit. Neue materialistische und posthumanistische Theorien gehen davon aus, dass alle Körper poröse, offene Systeme sind, die sich im ständigen Austausch mit anderen Körpern und ihrer Umwelt gegenseitig durchdringen und ineinanderfließen. Diese Idee der „Transkorporalität“ ließe sich auch auf das Museum anwenden: Statt als hermetische Festung und Weihetempel eines kunsthistorischen Kanons kann man es als durchlässigen Körper begreifen, der sich wie ein lebendiger Organismus in einem stetigen Stoffwechselprozess durch äußere Einflüsse definiert und verändert.

In diesem Sinne aktiviert die Ausstellung einen Transitraum: das Eingangsfoyer des Museums, das sich mit seinen transparenten Fenstern und Glastüren an zwei Seiten zum Stadtraum öffnet und frei zugänglich ist. Rund um eine Bühne für Performance, Tanz, künstlerische Forschung, Diskussion und Dialog verwandeln die eingeladenen jungen internationalen Künstler*innen sowie lokal und international agierende Organisationen und Initiativen das Foyer in einen flexiblen Ausstellungsraum. Dabei beziehen die künstlerischen Arbeiten die vorhandene Architektur mit ein oder legen venenartige Fährten in die Sammlung. Alle Werke verbindet die Auseinandersetzung mit körperlichen Transformationsprozessen und den durchlässigen Grenzen zwischen Natur und Kultur, Mensch und Maschine oder Individuum und Umwelt.

Die Ausstellung wird unterstützt von der Fördergruppe HIER UND JETZT aus dem Kreis der Mitglieder der Gesellschaft für Moderne Kunst am Museum Ludwig e. V. sowie der Stiftung Storch.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog.


Eröffnung: Freitag, den 20.9.2019 um 19:00 Uhr.