Das Schaffen von Andrea Bowers (*1965, lebt in Los Angeles) verortet sich zwischen den Polen von Kunst und politischem Aktivismus, ohne sich je ganz dem ein oder anderen zu verschreiben. Seit Jahren arbeitet Bowers über Formen gewaltlosen Protests, zivilen Ungehorsams und Themen wie das Recht auf Abtreibung, die Verbreitung von Kernwaffen, Aids oder die #MeToo-Bewegung. Dabei verliert ihre Annäherung nie aus dem Blick, dass ihre (Re-)Konstruktionen Bestandteil des Systems Kunst sind. In intensiven Rechercheprozessen deckt sie die gesellschaftlichen Konstruktionen hinter den teils erbittert geführten Debatten auf, gibt den Individuen eine Stimme und bindet die Resultate in direkte, sprechende und formal-ästhetisch überzeugende Bilder.

Andrea Bowers Schaffen war bereits in zahlreichen internationalen Ausstellungen zu sehen. Die Präsentation in der Weserburg I Museum für moderne Kunst verbindet ältere Arbeiten mit einem neuen, umfangreichen Projekt und entsteht in Kooperation mit dem Museum Abteiberg Mönchengladbach, wo sie im Anschluss zu sehen sein wird. Es handelt sich dabei um Bowers erste große Museumsausstellung in Deutschland.