Der jüdische Künstler Jussuf Abbo (Safed, Osmanisches Reich, 1888 - 1953 London) stammte aus Paläs­tina. Durch Vermittlung des in Jerusalem tätigen deutschen Architekten Otto Hofmann studierte er ab 1913 an der Hochschule für bildende Künste in Berlin-Charlottenburg Malerei und Bildhauerei. Er ge­hörte zum Freundeskreis um Else Lasker-Schüler und Kurt Schwitters und stellte wie dieser in der Hanno­verschen Sezession und der Galerie von Garvens in Hannover aus. In den 1920er-Jahren wurden von dem hannoverschen Sammler August Nitzschner und dem Provinzialmuseum die Werke erworben, die heute den Grundbestand seiner Arbeiten im Sprengel Museum Hannover bilden.

1935 musste der Staatenlose nach London fliehen, wo er künstlerisch nicht mehr Fuß fassen konnte und 1953 verarmt starb. Aus dem Nachlass der Tochter hat die Kunststiftung Bernhard Sprengel und Freunde 2018 eine Schenkung von acht grafischen Arbeiten erhalten. 2019 wird dem Sprengel Museum Hannover eine weitere umfangreiche Schenkung von 52 Zeichnungen, Grafiken und Skulpturen aus der Sammlung von Ernst J. Kirchertz, Bad Münder, übergeben. Ausdiesem Grund präsentieren wir das grafische, zeichnerische und skulpturale Werk dieses zu Unrecht vergessenen Exilkünstlers. Die Ausstellung umfasst rund 80 Werke, Grafik, Zeichnungen und Skulpturen. Es erscheint eine Publikation.