Henri de Toulouse-Lautrec hat sie alle gekannt: die Stars der Pariser Revuen, der Cabarets und der Theater. Das Nachtleben der Belle Époque im Vergnügungsviertel am Montmartre zog damals die Bohème gleichermaßen an wie das Finanzbürgertum und - nicht zuletzt – die Touristen. Ab 1891 entwarf er für Veranstaltungen Plakate, die so faszinierend waren, dass sie sogleich von Kunstfreunden gesammelt wurden. Dieses Plakatwerk wird hier lückenlos gezeigt.

Zusammen mit seinen Kollegen Jules Chéret, dem Tschechen Alfons Mucha, der seit 1889 in Frankreich lebte, und Theóphile-Alexandre Steinlen prägte Toulouse-Lautrec damit einen eigenen Stil zwischen Impressionismus, Japonismus und Art Nouveau. Als Werbeträger bedienten sie sich des Farbdrucks der Chromolithographie. Sie erschufen damit eine eigene Bildwelt für den Auftritt der Schauspieler Aristide Bruant, der Schleiertänzerin Loie Fuller, der im Moulin Rouge arbeitenden Tänzerin Jane Avril und der weitgereisten Sängerin Yvette Guilbert. Mit dem Schwung der aus den Bildern sprühenden Lebenslust wandten sie ihre Darstellungsformen auch auf andere Motive an und beeinflussten damit bald ganz Europa.

Das Museum Georg Schäfer zeigt zusätzlich zu den mehr als 50 Werken biografisches und historisches Material (Filme, Fotografien) aus der einzigartigen Sammlung des Musée d’Ixelles, Brüssel.