Das Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern zeigt malerische und graphische Werke von überwiegend Pfälzer Künstlerpersönlichkeiten, die mit ihrem Schaffen einen bedeutenden Beitrag zur Kunst ihrer Zeit und darüber hinaus geleistet haben. Die nahezu 60 Arbeiten geben einen vielfältigen Einblick in unterschiedliche Stilphasen der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Auf diese Weise wird der Aufbruch in die Moderne anhand markanter Beispiele verdeutlicht.

Aus dem Depot ans Licht geholt markieren Landschaften, Stillleben, Porträts und Figurendarstellungen von Hans Purrmann, Ludwig Waldschmidt, Hermann Croissant, Otto Dill, Albert Haueisen, Siegfried von Leth, Albert Weisgerber und Daniel Wohlgemuth spannungsvolle und repräsentative Positionen. Impressionistische und expressionistische Tendenzen bis hin zu einer abstrahierten Arbeitsweise kennzeichnen den Beginn des neuen Jahrhunderts.

Hans Purrmann zählt zu den bedeutenden deutschen Malern der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Geboren 1880 in Speyer, studierte er zunächst an der Münchner Akademie, bevor er Mitglied der Berliner Sezession wurde. Von 1905 bis 1914 hielt sich Purrmann in Paris auf. Er verkehrte dort im berühmten Café du Dôme, dem Treffpunkt deutscher Künstler, wurde Schüler und Freund von Henri Matisse sowie Mitbegründer der Pariser deutschen Matisse-Schule. Von 1916 an lebte er in Berlin und in Langenargen am Bodensee, 1935-43 in Florenz. 1943 ließ er sich in Montagnola am Luganer See nieder und blieb dort bis zu seinem Lebensende.

Landschaften und Stilleben sowie das 1926 entstandene, thematisch einzigartige „Kircheninterieur in Langenargen" aus dem Museumsbestand geben einen Einblick in das nuancenreiche malerische Werk des Pfälzer Künstlers. Zeit seines Lebens blieb die Naturbeobachtung Ausgangspunkt seines Schaffens. Kennzeichnend für seine Malweise sind ein am Fauvismus geschulter leuchtender Kolorismus und eine dekorative, ornamental verstandene Note, die er dem deutschen Spätimpressionismus verlieh.

Ludwig Waldschmidt wurde 1886 in Kaiserslautern geboren und war von 1902 bis 1904 Schüler der Abteilung Dekorationsmaler der heutigen Meisterschule für Handwerker Kaiserslautern. Nach seiner Einberufung 1915 arbeitete er bis 1917 als Sanitäter in verschiedenen Lazaretten. Den Stationen München und Frankfurt am Main folgte 1926 die Übersiedlung nach Berlin-Charlottenburg.

Dort entstanden Gemälde, in denen er sich mit dem Themenbereich Arbeit und Technik auseinandergesetzt hat. 1948 kehrte Waldschmidt in seine Heimatstadt Kaiserslautern zurück, wo er 1957 starb. Seinem Geburtsjahr zufolge gehört Waldschmidt – er ist weitgehend Autodidakt – zur Generation der deutschen Expressionisten. In der Ausstellung im mpk wird Waldschmidts abstrahiertes Motiv der Kiefernwälder um Kaiserslautern in den Fokus gerückt, das er pointiert in farbintensiver Malerei und ausdrucksstarker Graphik umgesetzt hat.

Die Ausstellung im mpk wird am Dienstag, dem 19. November, um 19 Uhr, von Theo Wieder, Vorsitzender des Bezirkstags Pfalz, Dr. Britta E. Buhlmann, Direktorin des mpk und Kuratorin Dr. Annette Reich eröffnet.


Öffnungszeiten:
Dienstag: 11:00 - 20:00 Uhr
Mittwoch – Sonntag: 10:00 – 17:00 Uhr 
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: mpk.de

Ludwig Waldschmidt, Landschaft mit Kiefern, 1927, Öl auf Leinwand, 66 x 76 cm, Gemäldesammlung mpk, Foto: Gunther Balzer © mpk
20.11.2019 - 23.02.2020

Purrmann, Waldschmidt & Co.

Museum Pfalzgalerie Kaiserslautern

Museumsplatz 1
67657 Kaiserslautern