Vor 450 Jahren, am 9. September 1569, starb Pieter Bruegel d. Ä. in Brüssel. Er war einer der herausragenden Künstler seiner Zeit und ist mit seinen einprägsamen, oft burlesk anmutenden Bilderfindungen bis zum heutigen Tage weithin bekannt. Zum Jubiläumsjahr wird und wurde er an verschiedenen europäischen Museen gefeiert, so mit der Ausstellung„Bruegel – Die Hand des Meisters“, die von Oktober 2018 bis Januar 2019 im Kunsthistorischen Museum Wien stattfand.

Das Gemälde mit zwei angeketteten Äffchen vor einer Ansicht der Stadt Antwerpen ist ein besonders schönes und zugleich rätselhaftes Werk Bruegels. Im Vorfeld der Wiener Ausstellung hat die Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin das auf eine kleine Eichenholztafel gemalte Bild gründlich studiert. Die technologischen Untersuchungen mit Hilfe von Stereomikroskop, UV-Strahlung, Röntgenaufnahme, Infrarotreflektografie wie auch Röntgenfluoreszenzanalysen im Mikro- und Makrobereich haben dabei ergeben, welche Pigmente Verwendung fanden und in welchen Schritten das Bild entstand. Erst durch die Untersuchungen wurde etwa deutlich, dass das im Himmel und im Wasser des Flusses verwendete blaue Pigment (Smalte) heute vergraut ist. Historische Maltraktate lieferten darüber hinaus Auskunft über die Herstellung der Malfarben zur Zeit Bruegels und ermöglichten Vergleiche mit den Analyseergebnissen.

Auf der Basis dieser Informationen wurde der schrittweise Schaffensprozess des Gemäldes in einer Serie maßstabsgleicher Tafeln so originalgetreu wie möglich nachvollzogen. Unterstützt durch das Kunsthistorische Museum Wien, fertigte Restaurator Bertram Lorenz sechs Tafeln im unmittelbaren Vergleich mit dem Original in der Restaurierungsabteilung der Gemäldegalerie. Indem der Herstellungsprozess des Gemäldes auf diese Weise nachvollzogen wurde, ließen sich neue interessante Erkenntnisse zum Verhalten der Farben gewinnen. Die sechs Tafeln waren zusammen mit Informationen zu den Untersuchungsergebnissen in einem didaktischen Modul der Wiener Ausstellung zu sehen. Diese Präsentation wird nun auch in der Gemäldegalerie zusammen mit dem Original von Bruegel gezeigt.

Ein Aufsatz, der die Untersuchungsergebnisse und die beim Rekonstruieren des Schaffensprozesses gesammelten Erkenntnisse ausführlicher beschreibt, wird vom Kunsthistorischen Museum Wien noch in diesem Jahr publiziert werden.


Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag: 10:00 - 18:00 Uhr
Donnerstag: 10:00 - 20:00 Uhr
Freitag - Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: smb.museum

Pieter Bruegel d. Ä., Zwei Affen, 1562 © Staatliche Museen zu Berlin, Gemäldegalerie / Christoph Schmid
10.09.2019 - 05.01.2020

Pieter Bruegel der Ältere. Zwei Affen – Untersuchung und Rekonstruktion des Schaffensprozesses

Gemäldegalerie

Matthäikirchplatz
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