Erstmals werden auf der Museumsinsel Berlin die skulpturalen Traditionen Afrikas und Europas in einen direkten Dialog treten. Über 70 Hauptwerke afrikanischer Skulptur aus dem Ethnologischen Museum sind im Bode-Museum zu Gast. Kunst aus West- und Zentralafrika trifft auf Meisterwerke aus Byzanz, Italien und Mitteleuropa – noch nie wurden die Skulpturentraditionen der beiden Kontinente so umfangreich miteinander verglichen.

„Die Umzugsvorbereitungen für das Humboldt Forum bieten uns die einmalige Gelegenheit, die außereuropäischen Bestände der StaatlichenMuseen in spannende, sammlungsübergreifende Dialoge zu setzen“, so Michael Eissenhauer, Generaldirektor der Staatliche Museen zu Berlin und Direktor der Skulpturensammlung und Museum für ByzantinischeKunst. „Das anregende Zusammenspiel der afrikanischen Skulpturen mit unserer eigenen Sammlung verspricht nicht nur ein Fest für die Sinne zu werden, sondern wird grundlegend zu neuen Erkenntnissen führen“, so Julien Chapuis, Leiter der Skulpturensammlung und Museum für Byzantinische Kunst. „Der ethnologische Ansatz der Ausstellung erweitert denauf Europa und die Kunst fokussierten Blick auf globale Zusammenhänge“, so Viola König, Direktorin des Ethnologischen Museums, „und bringtdie von den Kuratoren in Dahlem mit Erfolg erprobten, multiperspektivischen Präsentationen auf die Museumsinsel.“

In der Schausammlung sowie in den Ausstellungsräumen unter der Basilika veranschaulichen die über 20 Gegenüberstellungen große menschliche Themen wie Macht, Tod, Schönheit, Erinnerung, Ästhetik und Identität. Unerwartete Übereinstimmungen und Unterschiede werden sichtbar: Der Putto mit Tamburin des Renaissance-Bildhauers Donatello scheint die frühneuzeitliche Prinzessin aus dem Königreich Benin zu einem Tanz aufzufordern. Die spätgotische Schutzmantelmadonna von Michel Erhart tritt in unmittelbarer Nähe zu einer Kraftfigur aus dem Kongo auf, die ebenfalls zum Schutz der Bevölkerung geschaffen wurde. Der romanische Christus als Richter aus der Klosterkirche Gröningen und die große Ngil-Maske aus der Fang Region von Gabun oder Kamerun sind beide ehrfurchteinflößende Darstellungen von Urteilsverkündern. Mythische Helden aus Zentralafrika nehmen ihren Platz zwischen christlichen Figuren der Spätgotik ein und eröffnen neue Sichtweisen auf beide Sammlungen.

Begleitend zur Ausstellung erscheinen ein umfangreicher Katalog sowie eine App, die die Themen der Ausstellung pointiert vertiefen.

Die Ausstellung, das Bildungs- und Vermittlungsprogramm sowie die App werden großzügig gefördert durch das Kuratorium Preußischer Kulturbesitz.

Auf dem Weg zum Humboldt Forum:
Die Sammlungen des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums der Staatlichen Museen zu Berlin werden auch während des Umzugs ins Humboldt Forum für Besucherinnen und Besucher sicht-bar bleiben. Unter dem Motto „Auf dem Weg zum Humboldt Forum“ findenbis 2019 zahlreiche dialogische Sonderausstellungen und Präsentationen sowie Veranstaltungen der außereuropäischen Sammlungen am Kulturforum und auf der Museumsinsel Berlin statt.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Sonntag: 10:00 - 18:00 Uhr
Donnerstag: 10:00 - 20:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: smb.museum