Am 14. November 2019 jährt sich der Geburtstag von Horst Janssen (1929 – 1995) zum neunzigsten Mal. Die Nationalgalerie nimmt das Jubiläum zum Anlass, einen Blick auf eine weniger bekannte Seite des Künstlers zu werfen. 

Mit rund 120 Zeichnungen, Radierungen, Fotografien und Collagen bietet die Ausstellung einen ungewöhnlichen Querschnitt durch das Œuvre des Hamburger Künstlers. Erstmals richtet sie ihr Augenmerk auf Werke, in denen Janssen – ähnlich wie zuvor die Surrealisten – mit den Mitteln des Zufalls operiert.

Nach dem Besuch der Hamburger Kunstakademie, wo er die Klasse für „freie Graphik“ bei Alfred Mahlau besuchte, wurde Horst Janssen Ende der 1950er-Jahre durch großformatige Holzschnitte und Radierungen bekannt. Anfang der 1960er-Jahre wendete sich der manische Zeichner auch der Aquarellmalerei zu. In bewusster Abgrenzung gegenüber der sich nach 1945 in Westdeutschland durchsetzenden Abstraktion konzentrierte sich Janssen auf Themen und Motive, die ihn rasch zu einem Liebling des kunstinteressierten Hamburger Bürgertums machten. 1965 richtete ihm Wieland Schmied eine erste große Werkschau in der Kestner-Gesellschaft in Hannover ein, 1968 erhielt Janssen auf der Biennale von Venedig den Großen Preis für Graphik. In Landschaften, Porträts und Selbstporträts, den unzähligen Blumenstillleben und sogar in den so genannten Kopien nach Hokusai oder den Alten Meistern erkundete Janssen mit Stift und Pinsel allein das, was sich ihm konkret vor Augen bot. 

Die Ausstellung „Lebenskleckse – Todeszeichen“ zeigt Bilder, die jenseits dieser berühmt gewordenen Werkkomplexe das Entstehen und Vergehen ihrer selbst zum Thema haben: Kleckse, aus denen ganze Landschaften erwachsen, Flecken, die sich zu schattenhaften Figuren fügen, Löcher, die als Sonne verglühen. Sie führt in das alchemistische Labor des Zeichenmeisters, um zu ergründen, was geschah, bevor eben jene Werke entstanden, die wir als „typisch Janssen“ erkennen.


Öffnungszeiten:
Dienstag - Freitag: 10:00 - 18:00 Uhr
Samstag - Sonntag: 11:00 - 18:00 Uhr
Montag: geschlossen

Weitere Informationen direkt unter: smb.museum