Immer wieder gerät die Rüstungsindustrie in die Schlagzeilen. Zum Beispiel wenn Akteur_innen des Waffenhandels im Vorstand des Whitney Museums in New York vertreten sind, wenn deutsche Waffenexporte nach Saudi-Arabien nur zeitweise ausgesetzt werden oder wenn es um die Beteiligung am Schutz europäischer Außengrenzen geht. Das Projekt »Up in Arms« bringt diese Themen in den Ausstellungsraum, fordert Transparenz im Rüstungshandel und zeigt dessen lokale und globale Verbindungen auf.

Künstler_innen:

Lana Cmajcanin, Jill Gibbon, Vanessa Gravenor, John Heartfield, Sonia Hedstrand, Ana  Hoffner ex-Prvulovic, Regina José Galindo, Hiwa K., Peter Kennard, Dani Ploeger, Walid Raad, Julian Röder, Lorenzo Sandoval, Beatrice Schuett Moumdjian, Hito Steyerl, Alma Suljevic, Hadas Tapouchi, Cengiz Tekin, Constantine Zlatev

Beteiligte:
Adopt a Revolution, Aktion Aufschrei – Stoppt den Waffenhandel!, European Center for Constitutional and Human Rights, Global Net – Stop the Arms Trade, LobbyControl, urgewald

Sicherheit, Verteidigung, Diplomatie – die vermeintlichen Grundsätze der Rüstungsindustrie scheinen auf den ersten Blick vernünftig und sogar erstrebenswert. Wer könnte Einwände dagegen haben? Jedoch verschweigt diese PR-Strategie die unangenehmen und gegensätzlichen Konsequenzen des Geschäfts.

»Up in Arms« richtet den Fokus auf diese Kehrseiten der Industrie. Im Rahmen des Projekts wird mit den Mitteln der Kunst ein genaueres Bild des Rüstungshandels und dessen oft übersehene Verzweigungen gezeichnet. Die Künstlerin Hito Steyerl untersucht den Ursprung einer Maschinengewehrkugel, die eine Freundin getötet hat und legt dabei Verknüpfungen zwischen Waffenindustrie und Kunstbetrieb offen. Lana Cmajcanin kartographiert in ihrer Arbeit den Einsatz der Handfeuerwaffe FN M1910 und zeigt, wo die Weltgeschichte durch den Einsatz dieser Pistole beeinflusst wurde. Wiederum andere in der Ausstellung vertretene Künstler_innen besuchten Rüstungsmessen und veranschaulichen in ihren Arbeiten deren Absurdität. Die Werke von Künstler_innen, die mit Waffen und Gewalt in Berührung gekommen sind, werden neben Dokumentationen der historischen wie globalen Vernetzungen der Waffenindustrie ausgestellt.

Im Sinne von »Up in Arms« [›sich auflehnen‹] geben die Kunstwerke Einblick in das Netzwerk des Rüstungshandels. Dessen Auswirkungen sollen greifbarer werden, denn Sicherheit bedeutet nie die Sicherheit aller Menschen, Verteidigung ist immer Verteidigung gegen Andere und Diplomatie, in der die Interessen der Rüstungsindustrie vertreten werden, ist keine diplomatische Lösung.

»Up in Arms« ist ein Ausstellungs- und Rechercheprojekt, das sich mit den Strukturen der lokalen und internationalen Rüstungsindustrie beschäftigt. Neben einer Ausstellung, die künstlerische Perspektiven auf und kritische Auseinandersetzungen mit der Rüstungsindustrie zeigt, sollen eine Karte auf der Projektwebseite sowie Kunstwerke im öffentlichen Raum – im Rahmen des Wettbewerbs »Kunst im Untergrund 2019« – auf die Akteur_innen der Rüstungsindustrie in Berlin aufmerksam machen.


Öffnungszeiten:
Täglich: 11:00 - 20:00 Uhr

Weitere Informationen direkt unter: ngbk.de