Bildzeichen als Weltsprache – ein spielerisches Experiment von Juli Gudehus

Mit der interaktiven Ausstellung „im wahrsten Sinne des Zeichens“ zeigt das Museum für Druckkunst Leipzig ab 10. November 2019 wie Zeichen als universelle Sprache funktionieren (können). Die Ausstellung lädt ein, die biblische Schöpfungsgeschichte als großes Bilderrätsel zu lösen und an der Entstehung einer möglichen Weltsprache aus Bildzeichen aktiv mitzuwirken.

Unendlich viele Bildzeichen entschlüsseln wir täglich: meist halbbewusst und doch beachtlich schnell. Die Berliner Gestalterin Juli Gudehus war davon fasziniert und fragte sich: Lassen sich mit mehreren solcher visuellen Kurzbotschaften auch längere Texte transportieren? Dem Vorbild der Ägypter folgend, entwickelte sie ein eigens erfundenes Bildzeichen-Esperanto und übersetzte damit die biblische Schöpfungsgeschichte, die „Genesis“, in Bildzeichen.

In der Ausstellung wird diese Bild-Erzählung nun als Riesen-Puzzle erlebbar. Besucher sind eingeladen, Juli Gudehus’ „Genesis“ als großes Bilderrätsel zu lösen. Es ist ein Spiel mit Bedeutung, bestehend aus Symbolen, Icons und Piktogrammen. Sie sind Hieroglyphen unserer Zeit, die uns von Verkehrszeichen, Geräten und Bildschirmen vertraut sind. Flankiert von einem Sternenhimmel der besonderen Art sind Ausstellungsbesucher zusätzlich einge- laden, an der Entstehung einer möglichen Weltsprache aus Bildzeichen aktiv mitzuwirken. An einem Arbeitsplatz kann gezeichnet, gedacht, gefragt, entworfen und sich ausgetauscht werden. Alle Ergebnisse sammeln wir vor Ort und digital unter dem Hashtag #bildzeichenweltsprache.

Die Ausstellung setzt auf die Intelligenz, Spiel- und Experimentierfreude der Besucherinnen und Besucher: eigene Seherfahrungen und neue visuelle »Vokabeln« sind gefragt!

„Genesis. Die biblische Schöpfungsgeschichte in Zeichen zum Wundern“ von Juli Gudehus (Patmos Verlag, 2017) ist im Museumsshop erhältlich.

10.11.2019 - 15.03.2020

im wahrsten Sinne des Zeichens.

Museum für Druckkunst Leipzig

Nonnenstraße 38
04229 Leipzig