Das Horst-Janssen-Museum Oldenburg zeigt ab dem 15. November 2019 die Sonderausstellung „Kosmos Janssen: wie er schreibt_“. Die Schau wird am 14. November, dem 90. Geburtstag des Ausnahmekünstlers, mit einer großen Feier eröffnet und ist Teil einer Kooperation mit der Kunsthalle Emden. Während das Horst-Janssen-Museum Janssens Interesse an der Literatur in den Mittelpunkt stellt, widmet sich die Kunsthalle Emden Janssen und der Bildenden Kunst (seit 28. September). Gemeinsam zeigen die beiden Ausstellungen ein eindrucksvolles Portrait des Künstlers. „Wir freuen uns sehr, durch diese Schau erstmals eine wenig bekannte Facette Janssens präsentieren zu können“, so die Kuratorin der Ausstellung, Antje Tietken, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Horst-Janssen-Museum.

Im Mittelpunkt der Ausstellung „wie er schreibt_“ steht Horst Janssen als „Wörterer“ – so Janssen selbst über sein literarisches Schaffen. Seine Essays und Gedichte, seine biografischen Texte und Tagebuchaufzeichnungen zeugen von einer überbordenden Ausdruckskraft, von fantasievollen Wortschöpfungen und assoziativen Einfällen. Nicht selten beinhalten sie auch persönliche Lebensweisheiten des Autors. Hinzu kommen zahlreiche Beispiele von Janssen als Büchermacher: Für zahlreiche Werke hat er Illustrationen geliefert, sowohl für eigene Publikationen als auch für Bücher anderer, wie die von Günter Grass oder Peter Rühmkorf.

„Es ist spannend zu sehen, dass Janssen auch in seinen Texten thematische Schwerpunkte setzt, die wir aus seiner Bildproduktion kennen: Selbstporträts und autobiografische Texte, Kopien alter Meister und ‚Verwertungen‘ von literarischen Zitaten“, betont die Leiterin des Horst-Janssen-Museums, Dr. Jutta Moster-Hoos. So bilden nicht zuletzt die einfühlsam gezeichneten Porträts verschiedener Autoren des 19. Jahrhunderts einen Schwerpunkt der Schau, etwa Heine, Tolstoi, Kleist und Fontane. Versehen mit zum Teil assoziativen Kommentaren Janssens, dokumentieren diese sein immerwährendes Interesse am Thema Literatur und den Literaten selbst.

„Es stellt für uns, als ein Museum für Zeichenkunst, eine besondere Herausforderung dar, mit Texten umzugehen und diese für die Besucherinnen und Besucher ansprechend zu präsentieren – eine Aufgabe, der wir uns sehr gerne gestellt haben“, erklärt Tietken. So können die Museumsgäste Zeichnungen und Texte erkunden, aber auch an Hörstationen Horst Janssen selbst lauschen. Auch besondere Briefwechsel wurden eigens für die Schau eingesprochen und lassen Janssens umfangreiche Schriften lebendig werden.

Die Ausstellung wird gefördert von der Stiftung Niedersachsen sowie der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO).