Ariane Faller (*1978) und Mateusz Budasz (*1979) greifen mit ihren künstlerischen Interventionen in bestehende Raumstrukturen ein und hinterfragen diese mit alltäglichen Materialien. Holzpaletten, Dachlatten oder Klappböcke, die sie mit modulhaft eingesetzten Bildkörpern wie Pappkisten und Spanplatten sowie Strickgewebe und Fotografien kombinieren, thematisieren das Wesen, die Ausstrahlung und die Geschichte der jeweiligen Orte, die die beiden Künstler mit raumgreifenden Installationen bespielen. Durch ihre Interventionen machen sie Raum erfahr- und wahrnehmbar und hinterfragen zugleich die Grenzen und Definitionen von Malerei, Zeichnung, Plastik und Objekt.

Ausgehend von der Fotografie eines Baugerüstes nimmt das Künstlerpaar aus Furtwangen unter dem Motto "Pedoni" (italienisch für "Fußgänger") Bezug zur großen Jahresausstellung des Museum Art.Plus, die unter dem Titel "Vollgas - Full Speed" die Themen Auto und Geschwindigkeit hinterleuchtet. Sie setzen einen Kontrapunkt zur schnellen Fortbewegung, denn das bewusste Gehen ist heute geradezu ein Inbegriff für Entschleunigung. Darüber hinaus muss man sich das Kunstwerk, um es in seiner Gänze wahrnehmen zu können, wortwörtlich "erlaufen".

Ariane Faller und Mateusz Budasz haben sich beim Studium der Malerei an der Freiburger Außenstelle der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe kennengelernt. Auch wenn sie als "stereoshaped" oftmals gemeinsam auftreten, vertritt jeder für sich eigenständige künstlerische Positionen, die in ihren gemeinsamen Projekten in Dialog zueinander treten. Während Ariane Faller mit Stoffen und Farbe arbeitet und deren materielle und sinnliche Qualitäten betont, ist die Bildwelt von Mateusz Budasz eher minimalistisch, zeichenhaft und unbunt. In der Kombination mit Alltagsgegenständen, die, ohne ihre ursprüngliche Funktion zu verleugnen, nur mehr kompositorische Elemente sind, formen sie ein Raumbild, in das der Betrachter als "Begeher" unmittelbar miteinbezogen wird.