Erstmalig in Deutschland zeigt die Städtische Galerie Neunkirchen in großem Umfang Gemälde des belgischen Künstlers Jan de Vliegher (geboren 1964 in Brügge), für den es in seinem Werk um Malerei an sich geht. Er ist auf der Suche nach dem perfekten Moment, in dem die Figuration endet und die Abstraktion beginnt. Seine Bilder sind eine Lust und eine Herausforderung für das Auge. Bei ihm erlebt man die Grenze, wo die gemalte Wirklichkeit zu purer Farbe auf der Leinwand wird.

In Neunkirchen sind über 50 Gemälde aus Jan de Vlieghers wichtigsten Werkgruppen der letzten Jahre zu sehen. Darunter seine neuesten Garten- und Strandbilder sowie seine Arbeiten aus der Reihe „Schatzkammer“, bei denen er kostbare barocke Tafelservice mit virtuoser Geste auf großformatigen Leinwänden entstehen lässt. Doch für Jan de Vliegher stehen weniger die „verlockenden“ gegenständlichen Motive oder der Inhalt im Vordergrund, als vielmehr Komposition und Farbigkeit.

Der Titel der Ausstellung „What you see is what you see“ ist angelehnt an einen Schlüsselsatz von Frank Stella zur abstrakten Malerei, der auch als Credo für die gegenständliche Kunst von Jan de Vliegher gilt. Zeigt er doch, dass Malerei in der von Stella postulierten Art und Weise zur Reflexion über das eigene Sehen dienen kann.