Auch in diesem Jahr bietet die GAK Jahresgaben als qualitativ hervorragende Kunst zu günstigen Preisen an. Jahresgaben sind Editionen in kleiner Auflage oder auch Unikate von KünstlerInnen, die unserem Kunstverein verbunden sind und zumeist bei uns ausgestellt haben. Die Jahresgaben können von Mitgliedern zu einem Vorzugspreis erworben werden. Nichtmitglieder haben ebenfalls die Möglichkeit, Jahresgaben der GAK zu erwerben, allerdings zum Normalpreis und nicht die aktuellen eines Jahres. Die neuen Jahresgaben sind ausschließlich für unsere Mitglieder reserviert. Die erzielten Erlöse kommen den KünstlerInnen und der GAK zugute. Damit folgen wir der langen Tradition von Kunstvereinen, mit der Beauftragung von Jahresgaben die Produktion von zeitgenössischer Kunst, die mit einer Mitgliedschaft in einem Kunstverein unterstützt werden kann, zu fördern.


Marie Cool Fabio Balducci (geb. 1961 Valenciennes, Frankreich, 1964 Ostra, Italien) arbeiten als Künstlerduo in Paris und Pergola, Italien. Bekannt geworden sind sie durch Aktionen, in denen sie mit einfachen Gesten auf die physikalischen Eigenschaften von Materialien reagieren. Ihre Materialien sind gewöhnliche Gebrauchswaren, häufig aus der Büro- und Arbeitswelt. So haben sie für Ohne Titel, Fotokopierer, Atlas, Papiertaschentuch Abbildungen der Erdkugel aus einem Weltatlas auf handelsübliche Papiertaschentücher kopiert. Die dabei verwendeten Geräte und Materialien sind zugleich Bestandteil des Werktitels: Prozess und Resultat überlagern sich, fließen ineinander und schaffen ein poetisches Moment.

Marie Cool Fabio Balducci waren Teilnehmer der documenta 14 in Athen und Kassel 2017, der 6. Berlin Biennale 2010 und Stipendiaten des DAAD-Künstlerprogramms 2014. Einzelausstellungen (Auswahl): 2019 Can Carry No Weight, GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen, CAPC Musée d’art contemporain, Bordeaux; 2018 La Verrière/ Fondation Hermès, Brüssel; 2013 Le Consortium, Dijon; 2012 Synagogue de Delme; 2009 South London Gallery. Sowie zahlreiche Gruppenausstellungen, u.a. 2019 Casino Luxembourg; 2018 vis, Hamburg; Fonderie Darling, Montréal; 2014 Museion – Museum für moderne und zeitgenössische Kunst, Bozen.


Bradley Davies wurde 1990 in London geboren und lebt in Köln. In 2017 schloss er sein Meisterstudium bei Michael Krebber an der Städelschule in Frankfurt am Main ab. Davies arbeitet in unterschiedlichen künstlerischen Medien, bevorzugt Malerei, Skulptur und Installation aber auch Performance und Klangaufzeichnungen. Was ihm begegnet kombiniert er frei und assoziativ und entzieht sich so einer Eindeutigkeit. Sein Interesse gilt den Abweichungen, den Fehlstellen im massenmedial verbreiteten Bild, deren Bedeutungen er durch Bildausschnitt und Wiederholung, die Auswahl seiner künstlerischen Materialien und seinen häufig als Witz getarnten Umgang mit dem Werk auflädt.

Ausstellungen (Auswahl): 2019 Broadley Speaking, Neue Alte Brücke, Frankfurt am Main; Köln um halb acht, Temporary Gallery. Zentrum für zeitgenössische Kunst, Köln; 2018 Neuer Essener Kunstverein; 2017 After the Fact, Lehnbachhaus, München, Tanya Leighton, Berlin, 12 Star Gallery, London; 2013 The Plymouth Museum & Art Gallery, England.


Mattia Denisse wurde 1967 im französischen Blois geboren und lebt in Lissabon. Seine Zeichnungen, Notizen und Beschreibungen dokumentieren Eindrücke von exotischen Landschaften und Vegetationen und erzählen von Mythen, Religion und Geschichte, die Eingang in seine fantastischen Bild- und Gedankenwelten finden. Dazu spielen Einflüsse der französischen Avantgarde-Literatur eine wichtige Rolle – zu Raymond Roussel, René Daumal oder Alfred Jarry, dem Gründungsvater der „Pataphysik“ als eine „Wissenschaft von den imaginären Lösungen“. So verschmelzen in Denisses zeichnerischen und druckgrafischen Werken autobiografisch Gesehenes, Erinnertes und Imaginiertes mit pata- und metaphysischen Spekulationen.

Ausstellungen (Auswahl): 2020 West Den Haag; 2019 Anozero’19, Bienal de Coimbra, Portugal; STATIV. Der Affe Anthropologe VS Die Eidechse Alkoholiker, GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen; 2017 Deus verme (mit João Maria Gusmão & Pedro Paiva), Caroline Pagès Gallery, Lissabon; Duplo Vê, Galeria Zé dos Bois, Lissabon; 2015 Plataforma Revólver, Lissabon; 2015 Museu Lasar Segall, São Paulo; 2014 Unitasking (tentatively), Temporary Gallery. Zentrum für zeitgenössische Kunst, Köln. 2011 war Denisse Stipendiat der Calouste Gulbenkian Foundation.


Aus einem Apfel ein Bild zu machen, ist gleichzeitig leicht und schwer. Dafür, daß es leicht ist, spricht seine runde Form. Ein Bild ist ja um so mehr ein Bild, je mehr man gefangen ist, im Kreis gehen muß, sich in der Betrachtung wiederholt, ohne sich zu wiederholen. Der Apfel ist als Apfel schon ein Bild, ja erstaunlicherweise ist er als Apfel oft mehr Bild denn als Bildapfel. Wenn ich einen Apfel betrachte, begutachte ich ihn. Seine Umgebung ignoriere ich weitgehend. Ich habe gelernt, einen Apfel in die Hand zu nehmen, auf Faulstellen, Wurmigkeit, Frische und Schönheitsmale zu überprüfen, liegen zu lassen, wo er sich gerade befindet oder dorthin zu bringen, wo er besser und schöner ist. Nehmen wir an, ich halte einen Apfel in der Hand und begutachte ihn. Ich begutachte ihn auf jeden Fall, ob ich ihn nun essen oder fotografieren will. (G.D., aus: Nivea und Nivea, 2008)

Gerald Domenig wurde 1953 in Villach, Österreich, geboren und lebt in Frankfurt am Main. Seit den 1970er-Jahren hat er ein umfassendes künstlerisches Oeuvre geschaffen, das durch formale Strenge und thematische Offenheit gekennzeichnet ist. Domenig, der stets analog fotografiert, die Filme selbst entwickelt und die Vergrößerungen herstellt, versteht Fotografie als Technik der Bildkonstruktion, der Überführung von Raum in die Fläche, als Auflösung des Abgelichteten ins Bild.

Einzelausstellungen (Auswahl): 2016 Sezession, Wien; 2015 Museum für Moderne Kunst, Frankfurt am Main; 2008 Museum Ludwig, Köln; 1988 Portikus (mit Franz West), Frankfurt am Main, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden; sowie zahlreiche Gruppenausstellungen, u.a. 2019 Straub/Huillet/Cezanne. Seelen malt man nicht, GAK Gesellschaft für Aktuelle Kunst, Bremen; 2018 Kunst Haus Wien; 2008 Etablissement d’en face projects, Brüssel; 1984 Von hier aus – Zwei Monate neue deutsche Kunst in Düsseldorf, Halle 13 – Messe Düsseldorf.


Andreas Maus wurde 1964 in Köln geboren und lebt dort. Maus, der im Kunsthaus KAT18 in Köln sein Atelier hat, fertigt vorwiegend Zeichnungen auf Papier, die unterschiedlichen Sujets wie aktuelle Politik, jüngere Geschichte, sakrale Baukunst, Sportübertragungen im Fernsehen oder Themen aus seiner eigenen Lebenswelt aufgreifen. Filigran und schwungvoll ausgeführt zeigen seine Blätter ein Netzwerk aus Linien, aus denen wie in der vorliegenden Serie Sportfiguren herauswachsen. Im Rahmen der Ausstellung Pina Bausch und das Tanztheater an der Bundeskunsthalle Bonn 2016 nahm Maus an einem Tanzworkshop mit Mitgliedern des Ensembles teil. Das Erlebte und Erfahrene wurde später Ausgangspunkt seiner bildnerischen Auseinandersetzung.

Ausstellungen (Auswahl): 2019 Köln um halb acht, Temporary Gallery. Zentrum für zeitgenössische Kunst, Köln, Kampa Museum Prag; 2018 Rob Tufnell, Köln; 2017 Büro für Augen, Nase, Zunge, Mund, Herz, Hand und Maske (die alles überdeckt), kuratiert von Eva Kot‘átková, Kolumba, Köln; 2015 Bundeskunsthalle Bonn, Kunsthaus Kannen, Museum für Outsider Art, Münster, Kunst.Punkt, M54, Basel; 2013 Kunsthaus KAT18, Köln.